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ben, bie Kurzſichtigkeit zu heilen, und davon ſchon glükliche Proben abgelegt haben. Wenn ſich ſein Mittel doch auch auf moraliſche Kurzſichtigkeit ausdehn— te!— An der Säkularfeier der Buch— drukerkunſt in Frankfurt werden auch die Zünfte u. die Innungen theilneh— men. Was mögen ſich dieſe von der Buchdrukerpreſſe verſprechen?— Ein Pa— riſer Blatt verſichert, wahrſcheinlich im Scherz, daß man in den Tuillerien ab— wechſelnd deutſch u. franzöſiſch ſprechen werde. Schon ſagen die Herren u. Da— men nicht mehr Oui, ſondern Ja!— Die Pariſer Akademie der Wiſſenſchaf— ten hat den Grafen Montalivet mit 36 Stimmen zum Mitgliede erwählt, wäh— rend der berühmte Gelehrte Brogniant nur vier, und der verdienſtvolle Kom— poniſt Onslom zwei Stimmen erhielt. — In Preßburg läßt eine Athletin, Namens Luftmann, athletiſch-gymnaſti— ſche Produktionen ſehen, die Beifall fin— den.— Fürſt Miloſch ſoll, laut Agra— mer Zeitung, nach Wien reiſen, um ſich daſelbſt den Staar an einem Auge ope— riren zu laſſen. Seine Güter in der Wallachei hat er für 14,000 Dukaten verpachtet.— Dem. Taglioni hat in Wien ihre Gaſtrollen beendigt.— In Peſth iſt dieſe Woche ein Schiff mit Aus— wanderern aus dem Großherzogthum Va— den angekommen. Sie begeben ſich in die Gegend von Großwardein, um ſich daſelbſt anſäßig zu machen. Es befinden ſich Handwerker aus allen Proſeſſionen unter ihnen. Schon vor einigen Wo— chen iſt ebenfalls ein Schiff mit gleicher Ladung und gleichem Zweke in Peſth angekommen.
Lokal-Zeitung.
Edle Handlung. Der gefeier— te Violinvirtuoſe Hr. W. H. Ernſt hat, ohne ſich vorher dazu verpflich— tet zu haben, den ganzen Ertrag ſeines am 19. d. M. in Peſth gege—
benen erſten Konzertes, das circa fünfhundert Gulden Conv. Münze einbrachte, zum Beſten der durch Feuer verunglük⸗— ten Bewohner Ba jas überlaſ⸗ ſen. Dieſem großherzigen Beiſpiele folgten auch Hr. Emmerling, in⸗ dem er den Redoutenſaal unent⸗ geltlich überließ, ferner Hr. Ka⸗ pellmeiſter Schindelmeiſſer und das Orcheſterperſonale, die auf das Honorar für ihre Mitwirkung ver— zichteten, endlich der Buchdrukerprin— zipal Hr. L. v. Landerer, der die Anſchlägzettel umſonſt drukte, ſo daß den Unglüklichen der ganze Ertrag, ohne Abzug der Koſten zufließen kann. Die edle Handlung des großen Künſt— lers ſpricht wohl mehr als Worte auszudrüken im Stande ſind.
Theatrali sche 8 Die ſpaniſchen Na— tionaltänzer produzirten ſich am 21. d. zum erſten Male im Ofner Theater. Hr. Camprubi und die Delles. Manuela und Lopez tanzten ein Pas de trois:„EI Bolero, u. Hr. Cam- prubi und Delle. Mauuela ein Pas de deux: „La Malaguenna.““ In beiden Piecen ent— zükten die Tänzer durch ungemeine Grazie, große Gelenkigkeit u. charaktervolle Haltung. Es iſt gewiß hier noch nichts Aehuliches geſe— ſen worden. Der Beifall war ſtürmiſch und Alles freuet ſich auf die ferneren Vorſtellungen.
— Benefiz.(Ofen.) Zum Vortheil des trefflichen und beliebten Reglſſeurs und Komiters Hrn. Seydl kommt nächſtens in der Arena eine neue Poſſe:„Dienſtboten— wirthſchaft“ zur Aufführung, die in Wien das entſchiedenſte Glük gemacht hatte, u. von der alle Blätter in den einſtimmigſten Lobeserhebungen ſich ausdrükten.— Wir kön— nen alſo auch hier einem der heiterſten Thea— terabende entgegen ſehen.
— Im ungar. Theater hat Montag, den 25. d., Hr. Szentpetery ſeine Einnah— me. Gegeben wird eine neue Parodie, unter dem Titel:„Der falſche Döbler“ in 2 Akt. von Stephan Balog, Muſik von ver— ſchiedenen Meiſtern, die neuen Dekorationen von Engert, die Maſchinerlen und Apparate, ganz wie ſie Döbler hatte, von Oſterrieth. Hr. Job, der ein vorzüglicher Dilettant in Eskamotagen iſt, ſoll den Döhler vorſtellen. Alſo jedenfalls eine ſehenswürdige Produktion.


