Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
334
 
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Vermächtulſſes jährlich 50 Thaler aus geſezt worden u. ſ. w.

Madrid. Als vor einiger Zeit die Truppen der Königin von Spanien in ein Dorf kamen, fand es ſich, daß alle Männer aus demſelben entflohen, oder den Carliſten gefolgt waren. Der General hatte den klugen Einfall, ſo gleich einen Gemeinderath von Frauen und eine Ortsrichterin(alcadeses) zu ernennen. Das Spaßhafteſte dabei war, daß die Männer, als ſie endlich in das Dorf zurükkamen, ſich der Herrſchaft des geſezlich gewählten Frauenrat hes un terwerfen und ihm gehorchen mußten.

Potpourri aus Paris. In Bordeaux iſt darüber ein Prozeß ent ſtanden, daß Jemand einen auf Sͤcht ausgeſtellten Wechſel nicht bezahlen will, weil er indeß blind geworden ſei und nicht ſehen könne. Der Mann trägt eine erſchrekliche Staarbrille auf der Naſe; doch iſt es unentſchieden, ob die Blindheit wirklich vorhanden ſei und ob er nicht plözlich ſein Augenlicht wie der erhielte, wenn der Gläubige ſagte: Sehen Sie, aus Mitleid, zerreiße ich nun den Wechſel. Ein Punkt, welcher der Unternehmung der Brüke des Saints Péres in der Konzeſſion auf getragen wurde, beſtand darin, dieſe Brüke mit vier koloſſalen Statuen zu zieren. Die Unternehmung hat nun mit dieſer Aufgabe Hrn. Pelitot, Mitglied des Inſtituts, beauftragt, welcher ſo eben die Modelle dieſer Statuen: den Ueberfluß, die Induſtrie, die Seine u. die Stadt Paris, perſonifizirt darſtel lend, vollendet hat.

Wien. Die k. k. Artillerie erwei⸗ tert nun auch ihre Werkſtätten; es werden neue Drehbänke, Hobelmaſchi nen oc. eingeſchafft, die Waſſerräder in der Kanonenbohrerei am Kanal verbeſ ſert, und um einem etwaigen Waſſer mangel u. dadurch herbeigeführten Still ſtand beſſer begegnen zu können, eine

Dampfmaſchine verwendet, welche durch eigenen hohen Befehl den Herren Flet cher und Punchon in Arbeit gegeben iſt. Sämmtliche andere Arbeiten ſoll Herr Mech. S. Pollinger liefern. Die Kom- munikation wird ſo eingerichtet, daß ab wechſelnd die Dampf- oder Waſſerkraft nach Belieben verwendet werden kann. (J Berlin. Je näher wir der kularfeier der Erfindung der Buchdru kerkunſt kommen, deſto mehr ſehen wir Anſtalten treffen, dieſen wichtigen Zeit abſchnitt auf eine gemeſſene Weiſe zu begehen. Von einer öffentlichen Feier werden wir indeſſen hier wenig ſehen können, da die angeordneten Feſtivitä ten meiſtentheils in geſchloſſenen Räu men ſtattfinden müſſen. Die Buchhänd ler haben nun zwar auch durch Unter zeichnung ihre Theilnahme an dem Fe ſte zugeſagt; doch möchten wohl ſehr viele von ihnen nach Leipzig gehen, wo daſſelbe mit größerem Pomp gefeiert wer den darf. Es heißt, daß auch unſere Univerſität und die hieſigen Behörden ſich dem Feſteſſen anſchließen wollen.

Etwas von Allem. Die Ber⸗ liner ſollen darüber entrüſtet ſein, daß der franzöſ. Komponiſt Adam für ſeine Oper:die Hamadryaden 1000 Tha ler Honorar erhalten habe, während deutſchen Komponiſten für ihre berühm teſten Werke kaum die Hälfte zu Theil wurde. Darüber ſollten die Berliner ſich nicht ärgern, da ſie doch ſelbſt Schuld daran ſind. Warum tragen ſie denn ihr Geld mehr in die franzöſiſche und ita lieniſche Oper, als in die deutſche? Am Schluſſe der Anpreiſung eines Bu ches in einer Buchhändler-Anzeige hieß es neulich:Wir ſind überzeugt, daß Jedermann dieſes Buch mit Vergnü⸗ gen aus der Hand legen wird. Hr. Profeſſor Berthold in Göttin⸗ gen ſoll wirklich das Mittel entdekt ha