Lokal-Zeitung.
Theatrallſches. Unſer ausgezeichne— ter Gaſt im Schauſpiele, der dramatiſche Künſtler, Hr. Moriz Rott aus Berlin, hat künftigen Sonntag ſein Beneſiz; er wähl— te Shakſpeares berühmtes dramatiſches Werk, „Richard III.“, welches an dieſem Abend zum erſten und lezten Male gegeben werden kann. Der geſchäzte Gaſt hat durch die Dar— ſtellung der Hauptrolle beſonderes Aufſehen in Deutſchland gemacht.
— Bei überfülltem Hauſe ſang am 18. d. Dem. Lutzer zur 4. Gaſtrolle wiederholt die Adina im„Liebestrank.“
— Die Sängerin Dem. Vial aus Mün⸗ chen iſt in Peſth angekommen.
— Die ſpaniſchen Tänzer ſollen im Ofner Theater tanzen.
— Im ungar. Theater werden Döblers Kunſtſtüke produzirt werden.
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Ernſt.
Das zweite Konzert dieſes unerreich— ten Violinheros, deſſen erſtes geſtern vor ſich ging, und über das wir nächſtens ausführlich referiren werden, findet Sonntag, den 22. d., im Redoutenſaale Statt. Wir hoffen wleder das unvergleichliche Tonſtük:„der Carne— val in Venedig“, daß hier, wie über⸗ all, die unglaublichſte Wirkung hervorbrachte, bewundern zu können.
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Literariſche s. Von dem vortheilhaft bekannten humorlſtiſchen Schriftſteller Herrn Anton Bentert in peſth, erſcheint näch— ſter Tage ein humoreskes Reiſebild, betitelt: „Die Reiſe von Peſth nach Baja und die Braut auf der Don au“, das à 10 tr. C. M. in allen Buchhandlungen zu haben ſein wird u. deſſen ganzen re i⸗ nen Ertrag der Verfaſſer edelmüthig für die Abgebrannten in Baja widmete. Freunde der Wohlthätigkeit und der heitern Lektüre werden wohl nicht verabſäumen, dieſe Gelegenheit zu benüzen, um ihr Schärflein zur Linderung ſo vieler Leiden belzutragen.
Für Damen. Wohl der größte Theil unſerer ſchönen Leſerinen aus der eleganten Welt Peſth's u. Ungarns kennt das grandio— ſe Modemagazin der Frau Thereſe Khern, an der Eke der großen Brüken- und Waiz— nergaſſe, Nro. 4, im erſten Stok; allein es dürfte noch nicht allgemein bekannt ſein, daß ſie heute von einer Geſchäftsreiſe nach Wien zurükgekehrt, und das Neueſte und Elegante— ſte aus dem Bereiche des Frauenpuzes mit— brachte. Die Tendenz unſers Blattes im Au— ge haltend, erachten wir es für Pflicht, die Aufmerkſamkeit der Damen auf alle dieſe eben ſo grazioſen als nüzlichen Dinge hinzuleiten, die aus den Relſeportefcuille's der Frau Khern ſo eben ausgekramt werden. Was die Sal, ſon Schönes und Geſchmakvolles aufzuweiſen hat, was der Tollette des ſchoͤnen Geſchlech⸗ tes nur irgend zur Zierde gereichen konne, ſinden wir in reicher Auswahl und in den allerneueſten Formen. Hüte, Bonnets, Ka⸗ poten, Chemiſetten, Mantillen, Schürzen, Blumen, Guirlanden, Bouquets, Federn, Bänder u. ſ. w. bilden das anmuthigſte Ouodlibet, und es thut uns nur leld, daß es mancher ſchönen Leſerin vielleicht einigen „Herzwehſchmerz“ verurſachen dürfte.
Theaterpachtung.
Das neue, geſchmakvoll erbaute ſtädtiſche Theater der koͤnigl. Frelſtadt Fünftirchen, mit 22 Logen, 170 Sperrſizen und einer Gallerie verſehen, wird vom 1. Oktob. l. J. auf ein, oder mehre Jahre in Pacht gegeben.
pachtluſtige werden erſucht, ihre porto— freien ſchriftlichen Offerte bis lezten Juni d. J. an den leitenden Ausſchuß der verelnten Bür— ger⸗Kaſino- und ſtädtiſchen Theater-Aktionä⸗ ren⸗Geſellſchaft in Fünfkirchen zu überſenden; und darin durch gerichtliche Belege darzu— thun: daß ſie die zur Leitung erforderlichen Kenntniſſe inne haben, u. eine gute Opern- u. Schauſpielgeſellſchaft ſammt Bibliothek u. Garderobe beſizen, wie auch mit hinlängli— chem Vermögen verſehen ſind.
Fünftirchen, am 7. Mai 180.
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Genrebil d. Ur o. 3.
Die Tanzſtunde. Dieſes gewiß ſehr artige und ſorgfältig ausgeführte Bildchen iſt ſo ſprechend, daß es keiner weitern Erklärung bedarf.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


