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Provinzialpreſſe“ einen DToaſt aus, wo— bei er auch des anweſenden Hrn. Black burn, eines Mitredakteurs des„Glo⸗ be“, ehrend gedachte. Hr. Blackburn dankte in einer Rede, worin er auf den allgewaltigen Einfluß hinwies, den die periodiſche Preſſe gegenwärtig ausübe, und nach ſicheren Angaben behauptete, daß blos in den Kaffehäuſern der Haupt⸗ ſtadt die Zeitungen im Durchſchnitt täglich von 300,000 Perſonen geleſen würden.
Berlin. Hier hat ſich die Erwei— terung des königlichen Leih-Amtes als Bedürfniß herausgeſtellt, und es mußte deshalb eine Filial-Leih⸗ Anſtalt in einem dazu angekauften Hauſe errich— tet werden. Das iſt kein gutes Zeichen, je mehr Pfänder im Verſaz, deſto mehr Leichtſinn und Unglük in den Familien.
Mannheim. Mehrere ruſſiſche Fa⸗ milien, die im Baden'ſchen große Grund— ſtüke angekauft und zu reizenden Land— ſizen umgeſchaffen hatten, ſuchen jezt plözlich ihre Beſizungen zu verkaufen, wie es heißt auf Veranlaſſung der ruſ⸗ ſiſchen Regierung, die es nicht gerne ſieht, wenn ihre Unterthanen ſich im Auslande ankaufen. Das dagegen die Badener den Abgang der einträglichen Gäſte ungern ſehen, iſt natürlich.
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Etwas von Allem. Mailand zählte zu Ende des vorigen Jahres 147,191 Einwohner.— Der durch ſeine Pillen ſo bekannte Dr. Moriſon, iſt, 72 Jahre alt, zu Paris geſtorben. Seine Pillen haben ihm viel Schäze getragen, und obwohl er ein anſehnliches Alter erreichte, ſoll er ſelbſt nie davon geko⸗ ſtet haben.— Die einſt berühmte Sän— gerin Giudetta Griſi, iſt als Gräfin Barni, am 1. d. M., kaum 30 Jahre alt, in der Provinz Lodi in Italien, mit Tode abgegangen. Kurandas „lezte weiße Roſe“ hat in Frankfurt,
beſonders den Kunſtrichtern, ſehr gefal⸗ len.— Der Sänger Tamburini wollte ſich in. mit 11 5 Gehalte von 325 Pf. St.(3250 fl. C N monatlich nicht begnügen, weß halb ihm der Direktor
des Queens- Theaters nicht engagirte, worauf der neulich erwähnte Tumult
im Theater entſtand.— Der hochgefeier— te Dichter J. Seidl, bisher als Profeſſor in Cilli angeſtellt, wird künftig in Wien domiciliren, da er zum Cuſtos des dor— tigen Antikenkabinets ernannt wurde. — Der berühmte Violinſpieler Molique macht in London Furore. Die dortige italieniſche Oper hat ihm für die Dauer ſeines Aufenthalts in London eine Loge zur Dispoſition geſtellt.(Eine gleiche Auszeichnung iſt dem jezt in Peſth an— weſenden noch größern Violinſpieler Ernſt überall widerfahren.)— Nach dem Nürnberger Korreſp. wäre Fürſt Pückler nicht mehr geſonnen, nach Preu— ßen zurükzukehren, ſondern ſich in Oe— ſterreich eine Herrſchaft zu kaufen. Mus— kau wird wahrſcheinlich der Herzog von Koburg ankaufen. Der Fürſt fordert dafür 2½ Mill. Thaler.— In Ham⸗ burg wird die Feier des Vuchdrukerju— bileums auch mit einem„ſolennen Mittagmahl“ begangen werden. Pachter Feldkümmel ſagt:„Wir wol— len eſſen!“— L. Merelli, der Entre— prenneur der jezt in Deutſchland rei— ſenden italieniſchen Operngeſellſchaft, die im Auguſt nach Peſth kommt, hat das Theater in Kaſchau gepachtet, um dort deutſche Schauſpiele und Opern zu ge⸗ ben.— Muſard, der Pariſer Strauß, kommt dieſen Sommer nach Wien.— Herr Guhr, Kapellmeiſter und Mit— intereſſent des Theaters in Frankfurt am Main, derſelbe, der gleich nach der Ueberſchwemmung von peſth und Ofen, ein einträgliches Konzert zum Beſten unſerer Verunglükten in Frankfurt ver— anſtaltete, befand ſich ſeit einigen Ta—⸗ gen in Peſth.


