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Souillac in die Dordogne geſtürzt; alle darin Vefindlichen ſollen ertrunken ſein.
Verlin. Für die Löſchung des Berliner Straßen- und Thiergarten— ſtaubes ſollen ſich vom 1. Mai an die Anſtalten vergrößern, das muß auch mit dem gelehrten Schulſtaube geſchehen. In Bezug auf die Berlinerſtraßenſtaub— löſchungs-Frage hatte man im Winter einen guten Vorſaz gefaßt. Man wollte nämlich Spreewaſſer durch die Ninn— ſteine der Stadt leiten und die Stra— ßen täglich mehrmals damit beſprengen laſſen, wodurch man zugleich den welt— hiſtoriſchen fatalen Geruch der Verli— ner Rinnſteine und die drükende Hize in den geradlinigen Straßen gemildert haben würde. Aber das Schöne lebt nur in dem Reich der Träume, wir be— halten den Staub, den fatalen Ge— ruch, die Hize.
Stuttgart. Mit den Waſſer— kuranſtalten geht es bei uns aufs Eifrig— ſte vorwärts. In Berg leine halbe Stun— de von hier) in Eßlingen u. ſ. w. wer⸗ den dergleichen errichtet. In Gaildorf und Ulm beſtehen ſchon welche, u. wun— derbarer Weiſe fehlt es auch an Waſ— ſertrinkern nicht. Der Spaß dürfte aber vielleicht nicht einmal ſo lange dauern, als der mit der Homöopathie, welche bei uns ganz eingeſchlafen iſt.
Berlin. Die künſtlichen Schlitt— ſchuhe, welche in dem Ballet:„Liebes— händel“ auf der Bühne gebraucht wer— den, eine Erfindung des Mechanikus Gebhard, ſollen nun auch in der Wirk— lichkeit u. im Sommer in Gebrauch kom— men. Man will eine künſtliche Schlitt— ſchuhbahn für das Publikum anlegen, auf der es mitten im Sommer Schlitt— ſchuh laufen kann.
Etwas von Allem. Die deut⸗ ſche Oper hat am 27. April ihre Vor— ſtellungen im Prince's Theater zu Lon—
don mit dem„Freiſchüz“ eröffnet. Es ſoll viel Beifall gegeben haben.— In Berlin iſt eine neue Oper von Adam (dem Kompoſiteur des„Poſtillons“) be— titelt:„die Gamadryaden““ gegeben worden. Hr. Adam war ſelbſt anweſend in Berlin, als dies ſein neueſtes Werk, das in Paris noch nicht gegeben wurde, mit großem Beifalle aufgenommen wur— de.— Dem. Vial ſang am 30. April, als lezte Rolle ihres Engagements in München, die Norma. Sie begibt ſich nach Peſth.— In England will man, wie im vorigen Jahre, auch heuer ein Tournierſpiel veranſtalten. Wenn nur die modernen Ritter auch mit alter Treuherzigkeit gepanzert wären!— In der Schweiz wollen jezt die Weiber Ad— vokaten werden. Im Wortwechſel we— nigſtens werden ihre männlichen Kolle— gen mit ihnen nicht aufkommen.— In London nennt ſich ein Tanzmeiſter Pr o— feſſor der Bewegung. Nicht un⸗ paſſend!— Faſt in ganz Europa wird über Mangel an Regen geklagt. In Wien ſieht man deshalb mit Sehu— ſucht der Ankündigung von Stuwers Feuerwerk entgegen.— Hr. Direktor Carl in Wien macht eine„Som me r— Theater-Ver waltungsmetho— de“ bekannt, nach welcher er im lau— fenden Sommer auf ſeiner Bühne lau— ter neue Stüke zu geben geſonnen iſt. Hierauf trat Hr. Direktor Pokorny mit einem„Sommer-Theater-Lei⸗ tungsſyſtem“ auf, vermöge wel- chem er auf ſeiner(der Joſephſtädter) Bühne keine Neuerungen einzu⸗ führen gedenkt. Es iſt nun die Frage, ob die Methode oder das Syſtem ge— winnbringender ſein werde.— Der Te— noriſt Wild hat ein ſechs wöchentliches Engagement bei der Darmſtädter Büh— ne angenommen.— Der Direktor des Breslauer Theater geht nach Peſth, um mit Dem. Lutzer einen Gaſtrollen-Cy— klus abzuſchließen.— Eine Korreſpon—


