Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
309
 
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werden? Der Bank noteninhaber gerieth immer mehr in Beſtürzung, und ge ſtand endlich, die Brieftaſche mit den faſchen Vapieren einem Herrn im Leopold ſtädtſchen Theater geſtohlen zu haben.Würden Sie den Eigent hümer der Brieftaſche wieder erkennen?unbezweifelt, zumal da er ſeinen beſtimmten Plaz im Theater hat.Wohlan! ſo gehen wir heute zu ſammen in's Thea⸗ ter, und Sie thun, was ich Ihnen befehlen werde. Am Abend ſtanden die Zwei pünktlich hinter dem Eigenthümer der Brieftaſche. Der Entwender ließ dieſelbe leiſe auf den Voden gleiten, hob ſie dann auf, und fragte die Umſte henden, ob Jemand dieſes Portefeuille verloren habe. Der Eigenthümer wendete ſich auch mit um, erkennt ſeine Brieftaſche, und reklamirt ſie als die feinige, indem er zugleich ſeinen herzlichſten Dank dem ehrlichen Finder abſtattet. Dieſer bittet ſich jedoch, bevor er ſie zurükgibt, einige Kennzeichen aus. Der Eigent mer nennt ein Porträt und eine Schneiderrechnung. Beim Herausgehen aus dem Schauſpiel hauſe wird der Brieftaſchen-Herr von der Polizei in Beſchlag genom men, und es ergibt ſich, daß er auf ſeinem Gute eine ganze Vanknotenfabrik errich⸗ tet hat. Der Andere kommt als Dieb auf ein Jahr ins Zuchthaus. Als er ſeine Strafzeit überſtanden hat, meldet er ſich bei einem Rechtsgelehrten als Schrei ber. Dieſer erkundigt ſich näher, und erfährt das Schikſal Desjenigen, der ihm ſeine Dienſte angeboten hat.Wohlan, ſpricht er endlich, nachdem er aufmerk ſam zugehört hat,wenn ſich Alles ſo verhält, wie Ihr mir da erzählt, ſo iſt Euch geholfen. Ich ſelbſt werde Eure Sache führen. Und dem war ſo. Der Schreiber erhielt 20,000 Gulden aus der Staatskaſſe ausgezahlt. Denn es heißt ausdrük lich in den Geſezen: Wer behilflich iſt, daß ein Vanknotenverfälſcher entdekt und zur Strafe gezogen wird, erhält eine Belohnung von 20,000 Gul den. So ſchikts ſich's manchmal in der Welt.

UuAante's To d.

Die Erſcheinung einer kleinen Broſchüre:Nante's Tod, oder die Ver ſchwörung der Federfuchſer, macht in Berlin viel Aufſehen. Man will ſogar wiſſen, daß eine literariſche Reaktion bevorſtehe, und dieſe Ueberzeugung nimmt mehr und mehr überhand, indem genannte Schrift ſogar darauf zu dringen ſcheint. Wir theilen hier folgende Szene daraus mit:

Ulrike tritt auf, mit fliegenden Haaren und die Hände ringend,

Nante. Mutter Schwabben, was fehlt dir? du haſt um die linke Bake einen melancholiſchen Zug der mich uf Betrübniß zu deuten ſcheint. Ja, bei allen Jöttern Iriechenlands, noch mehr! deine Pupille is naß, es pladdert dir eene Thräne über der Wange herüber, du wenſt! Wo fehlt es dir, Jattin?

ulrike. Wo es mir fehlt! O im ganzen Kreiſe meines Lebens, ſelbſt in der Sperſpektibe meines Daſeins.(Fällt ihm zu Füßen.) Mann, jezt oder nie, wenn du noch vor ſechs Pfennige Mitjefühl in deinem Buſen hegſt, ſo ehmanzipire mir!

Nante(ohne Aufregung.) Steh' auf, Olrike! du biſt verblendet. Die Duhdewannt und der Sand haben deinen herrlichen Jeiſt irre jeführt. Ich kann. dir keinen Ehemann zipiren, denn das vernünftje Jeſez ſagt: Eener iſt hin reichend.