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Walker's bewundert. Sie hat 10 gro— ße Blasbälge, 64 Regiſter(darunter ein Duzend von unübertrefflich reizendem Tone), 3780 Pfeifen, und ihre Geſammt— wirkung iſt unendlich kräftig und groß— artig.
Etwas von Allem. In dem Reſidenzſchloſſe zu Weimar iſt von dem Münchner Maler Neher ein„Schiller— Zimmer“ gemalt worden. Die Wände nämlich ſind mit Szenen aus Schillers Dramen bemalt. Nun wird es auch an ein„Göthe-Zimmer“ gehen.— Der berühmte oder berüchtigte ſpaniſche Ge— neral Cabrera, der ſchon mehr Mord— thaten begangen haben ſoll, als er Haa— re auf dem Kopfe hat, iſt erſt 30 Jah— re alt. Er kann noch viel vollbringen bis zum 70. Jahre!— In Moskau kommt eine Geſundheitszeit ung heraus, deſſen Redakteur Doktor Krank heißt. Das muß ein Homöopath ſein.— In einem Wochenblatte wird ein Be— dienter geſucht, der den Herrn ra-, die Frau fri- und die Kinder amü—ſiren könne.— Dem. Taglioniſertanzt ſich in Wien wieder Maſſen von Beifall.— Die aus fruͤherer Zeit auch in Peſth bekannte Schauſpielerin Dem. Condo— ruſſi, gegenwärtig beim Theater an der Wien angagirt, iſt nun als Schriftſtel— lerin aufgetreten. Sie hat zu ihrem Benefiz eine Poſſe:„Die Räuber bei der Hausunterhaltung“ geſchrieben.— Ne— ſtroy ſchreibt eine neue Poſſe.— Hr. Deſ— ſoir ſoll die Karlsruher Bühne wieder verlaſſen und nach Frankfurt gehen.— Petersburg hat 476,386 Einwohner, dar— unter 1232 im Generals rang, 1123 Geiſt—
liche, 451 Schauſpieler u. 12,474 Aus⸗ länder.— Auf den Mailänder Bühnen wurden im vorigen Jahre 38 Stüke von Scribe in 72 Vorſtellungen aufgeführt.
Lokal-Zeitung, Theatraliſches. Döbler erſchken am 29. v. M. wieder auf dem Ofner Thea—
ter und ward von dem zahlreichen Publikum mit einer lang anhaltenden Beifallsſalve be— grüßt. Er dankte eben ſo ſinnig als beſchei— den und bewies in ſeinen darauf folgenden Produktlonen, wie ſehr ſeine unvergleichliche Probleme überraſchen u. ergözen. Das Pu⸗ blitum bewies auch, daß es Aechtes von Fal— ſchem, Gold von Tombak, Silber von Pak— fong zu unterſcheiden wiſſe, und ſpendete dem Künſtler reichlichen Beifall.— Tags darauf wiederholte Produktion, die Ihre k. k. Hohelt die durchlauchtigſte Frau Erzherzogin Marla Dorothcea mit Höchſt Ihrer Gegenwart beehrten. 5 1
— In Neſtroys Poſſe„die verhängniß— volle Faſchingsnacht“ erſchien Hr. Rott, von ſeiner Urlaubsreiſe zurükgekehrt, als Lorenz wieder auf unſerer Bühne u. ward mit rau— ſchendem Beifall empfangen. Er ſpielte, wie immer, mit Wahrheit u. Laune. Nächſt ihm war auch Hr. Zöllner ergözlich u. Dem. Cal— liano legte auch eine zweite Probe ihres ſchö— nen Talentes ab.
— Am 30. v. M. ließ ſich im Peſther deutſchen Theater der berühmte Gultarrevir— tuoſe Legnani in den Zwiſchenakten des alten Luſtſplels:„der Hausdoktor“ hören.— Der Künſtler riß durch ſein unübertreffliches Spiel zu ſtürmiſchen Belfallsbezeugungen hin.— Das alte Luſtſpiel geſiel ungemein.
— Der Tenoriſt Schmetzer aus Braun— ſchweig, der heute hier erwartet wurde, dürf⸗ te erſt Ende Mai oder noch ſpäter hier an— kommen. Hingegen trifft der berühmte Schau— ſpieler Rott aus Berlin gegen den 8. d. M. hier ein.
Benefiz.(peſth.) Montag, den 4. Mal, hat Hr. Dietrich ſein Beneſiz. Er wählte hiezu:„Saul“, Drama in 5 Akten von Karl Bek. Dieſes Stük des ausgezeichneten Dichters, unſers Landsmanns, der ſich im Auslande einen großen Ruf erworben, ſoll nach dem Ausſpruche kompetenter Kunſtrich— ter, zu den vorzüglichſten dramatiſchen Er— ſcheinungen der neueſten Zeit gehören. Es läßt ſich daher vermuthen, daß der verdienſtvolle Beneſiziant, eine ſeiner glüklichen Wahl ent— ſprechende Theilnahme finden werde.
Benefiz.(Peſther ung. Theater.) Wir machen auf die heute ſtattſindende Beneſtz— vorſtellung des Hen. Konti wiederholt auf— mertſam. Gegeben wird Donizettis ſo bei— fällig aufgenommene Oper:„Marino Falie⸗ ro“, in welcher der Beneſizlant beſonders Ge— legenheit zu glänzen hat.


