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aus Hamburg, hat hier viel Staunen erregt. Dahſe rechnet im Moment eine Maſſe Gegenſtände zuſammen, die vor ſein Auge kommen. In einer Minute weiß er ein halbes Schok durch einan— dergeworfene Zahlen auswendig. In den vier Species iſt er mit dem Rechnen ſo ſchnell fertig, als man ihm die Aufgabe gibt, doch darf der Multiplikat oder Diviſor nicht über vier Ziffern haben. Mit unglaublicher Schnelligkeit zieht er auch die Quadrat-Wurzeln. Wind— ſchnell reduzirt er Thaler auf Silber— groſchen und Pfennige, und man muß ſein Gehirn wirklich für eine Rechen— maſchine halten, deren Mechanismus dem Menſchen eben ſo unlöslich iſt, wie der aller Verſtandeskräfte.
Etwas von Allem. Die Hof⸗ ſchauſpielerin Dem. Peche wird ſich ver— ehlichen und dann von der Bühnenwirk— ſamkeit zurükziehen.— Saphirs Aka— demie iſt wegen Krankheit der Demoiſ. Müller auf acht Tage weiter hinausge— ſchoben worden; Mad. Fichtner wird alſo am 3. Mai die eben genannte Schau— ſpielerin in ihrer Mitwirkung erſezen. — Karoline Ungher iſt am 16. d. in Wien eingetroffen u. ſingt nächſte Wo— che die Pariſina.— Adams Oper:„Kö— nigin für einen Tag“ hat in Berlin ſehr gefallen. Vorzüglich werden gelobt Dem. Ehnes und Hr. Oberhoffer.— Hr. Fichtner bringt den Sommer zur Herſtellung ſeiner Geſundheit auf dem Lande zu.— L. Frankls Gedichte er— ſcheinen zur Michaelismeſſe in Frank— furt und von Vauernfeld wird gleich— falls ein Band Poeſien in Stuttgart ans Licht treten.— Der Dichter Tur— teltaub iſt nach der Vorſtellung ſeines Stükes ſogleich nach Lemberg abgereiſt. — Dem Mörder Greß iſt in Wien am 23. d. das Urtheil publizirt worden, zufolge dem er auf 20 Jahre ſchweren Kerker kondemnirt ward.— Der Ort
Gänſerndorf, an der Nordeiſenbahn, iſt beinahe gänzlich ein Raub der Flammen geworden.— Carl Gutzkow befindet ſich jezt in Berlin, um die Aufführung ſei— nes„Savage“ perſönlich zu betreiben. — Schickh hat eine Parodie der Oper: „die Guelfen und Gibellinen“ geſchrie— ben, die am Joſephſtädter Theater auf— geführt wurde.— In Wien iſt ein Chronometer erfunden worden, der die Tagszeit von 72 Städten der Erde auf einer ſehr kleinen Scheibe anzeigt.— Hr. Seidlmann wird im Monat Mai in Brünn und Wien Gaſtrollen geben.— Der Maler Danhauſer arbeitet an ei— nem großen Porträtgemälde, worauf Liszt in der Umgebung der erſten Pa— riſer Notabilitäten iſt.— Die Sänge— rin v. Haſſelt-Barth iſt nach München gereiſt.— Die Sparkaſſadirektion in Wien hat zwei große Häuſer, welche Graben und Kohlmarkt trennen, ange— kauft, um ſie niederreißen zu laſſen, u. ſo eine ſichere Paſſage zu bewerkſtelli— gen.— Der Wanderer ſagt:„Hr. Stem⸗ pfel, der in Peſth den Joko mit außer— ordentlichem Erfolge gegeben, iſt vor wenigen Tagen in Wien angekommen.“ Peſth kennt keinen Hrn. Stempfel und weiß folglich auch nichts von deſſen Er— folge als Joko zu ſagen.— Die ſo ge— leſene Wiener Theaterzeitung vom 24. d. enthält einen Korreſpondenzartikel aus Ofen, der Dinge erzählt, die ſich d a⸗ ſelbſt durchaus nicht zugetragen.— Donizettis neueſte Oper:„die Märty— rer“ hat in Paris zwar nicht ſo total mißfallen, wie ein Korreſp. der Allge— meinen Zeit. meint, aber auch nicht ſo entſchieden gefallen, wie andere Blätter behaupten. Die Oper wird gelobt, aber nicht der„Anna VBolena“, dem„Lie— bestrank“ und der„Lucia di Lammer— moor“ an die Seite geſezt. Reminis— zenzen aus„Lucia“ u. den„Hugenot— ten“ werden der Partitur nachgewieſen.
— Die italieniſche Operngeſellſchaft des


