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Chineſen üblichen Schriftzeichen ent— halten ſoll, und 32 Foliobände ſtark iſt. Der Druk deſſelben würde, wegen der Menge neu anzufertigender Lettern, beiläufig 32,000 Pf. Sterl. koſten.— Unter dem Titel:„der Champagner, ein Reiſebericht zum Nuzen und From— men aller Weintrinker, von Dr. C. L. Hellrung, Leipzig, in Kommiſſion bei B. Tauchnitz jun.“ wird den Freunden des Weintrinkens u. Weinhandelns ein Schriftchen geboten, welches Alles um— faßt, was ihnen zu wiſſen nur wün— ſchenswerth ſein kann. Wenn es noch ein Jahrzehend ſo fortgeht, ſo gibt es gewiß kein Ding mehr im Himmel und auf Erden, worüber nicht ein Buch ge— ſchrieben worden. Das gegenwärtige ſoll übrigens ſeinen praktiſchen Werth ha— ben u. vom Publikum viel gekauft wer— den, was für den Autor und Verleger die Hauptſache bleibt. Als Motto iſt auf dem Titelblatt zu leſen:
„Hätte Zeus den Champagner ge— kannt,
Er hätt' ihn den Nektar des Him— mels genannt.“
Mlignon-Zeitung
Madrid. Der Geldnoth in Spa⸗ nien wird nun bald abgeholfen ſein! In der Provinz Almeria hat man Sil— berminen entdekt, die ſchon zur Zeit der Römer Ausbeute geliefert haben ſollen. Die Nachgrabungen werden von einem Engländer geleitet, und in einem Zentner Blei hat man mehr als ein Zwanzigſtel Silber von vorzüglicher Qualität gefunden.
München. Ein Beiſpiel ſeltener Großmuth und wohlthätigen Wirkens gibt neuerdings der ruſſiſche Graf De— midoff, deſſen edler Sinn bei ſeinen Reicht hümern ſich überall bewährt. Der Graf beauftragte den Maler Guſtav Nehrlich, einen tüchtigen Künſtler, aus
Thüringen gebürtig, in Hechingen do⸗
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mizilirend, nach München zu reiſen, und ein großes Bild,„das jüngſte Gericht““, zu vollenden. Nehrlich verlor im vori— gen Sommer ſeine Frau, die ihm ſünf Kinder, das älteſte von acht Jahren, hinterließ. Er ſelbſt ward vor wenig Wochen, erſt 34 Jahre alt, ein Opfer des Nervenfiebers. Da ſtanden nun die armen Waiſen an ſeinem Sarge, fremd, ohne Hilfe, ohne alles Vermögen! Nie— mand als des Künſtlers arme Schweſter war um ſie. Aber der Herr, der am „jüngſten Gerichte“ die Herzen lohnt, ſandte in Graf Demidoff den Schuzen— gel; ein Name, der ihm gebührt— denn wo finden wir ſolch ſchönen ehren— den Zug leicht wieder? Der Schweſter wurde im Momente der höchſten Ver— zweiflung eine bedeutende Summe zur ſchnellſten Erleichterung überſendet, u. der Graf verpflichtete ſich, neben einem hinreichenden Jahresgehalte für die Aus— bildung und Erziehung der Kinder bis zu deren voller Verſorgung u. Selbſt— ernährung bekümmert zu ſein, und die Mittel zu gewähren. Das jüngſte Kind iſt kaum ein Jahr alt. Verdient dieſe edle That nicht allgemein bekannt und anerkannt zu werden.
Laibach. Man lispelt ſich hier, als maſſives Gegenſtük zu den Aben— theuern des Schuſters von Selo, eine ſpaßhafte Geſchichte in die Ohren, von welcher, bei den vielen Zuſäzen, ſo viel wahr iſt, daß ein junger, nicht ſelten in Händel verwikelter Schneider-Ele— gant unſerer Hauptſtadt, ein Billetdeuy von weiblicher Hand u. darin eine Ren— dezvous-Einladung erhielt, Nachts an dem beſtimmten Orte aber, von einem als Frauenzimmer verkleideten Jüng— ling— derb abgeprügelt wurde.
Konſtantinopel. In der Tür⸗ kei iſt noch gute Zeit, da muß doch we— nigſtens die Kunſt nicht betteln gehen. Der Kaffekoch des alten Großweſſirs Chosrew iſt, wegen der großen Verdien⸗


