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reflektirende Schauſpielerin, diente ße ihrer Muſe mit Beruf, Eifer u. Glük. — Indem nir aber auf den verfloſſe— nen Kours zurükbliken, finden wir, daß es im Ganzen an Neuigkeiten nicht fehlte, und nur die Zerrüttung zu be— klagen war, in welcher das Inſtitut lag. Nach dem Theater-Almanache ſind nämlich ausgewieſen: im rezitirenden Drama 18— in der Voſſe 7— in der Oper 2— und in der Operette 1— zuſammen 28 Novitäten.— Hr. Direk— tor Th. Müller iſt noch immer in Folge ſeines Schlag-Anfalles leidend. 34.
Paris. Die berühmte Schauſpie⸗ lerin Rachel iſt am Schluſſe des vori— gen Monats ausgepfiffen worden. Dieſe Demonſtration des Parterres galt nicht dem Talente oder der Leiſtung der Künſtlerin, ſondern der Habſucht, die entweder ſie ſelbſt oder doch ihre Eltern und ihr Anhang, was Alles ein Pari— ſer Blatt mit dem Worte juiverie be⸗ zeichnet(Dem. Rachel iſt bekanntlich eine Jüdin), bei der Erneuerung ihres Engagements beim Theater français an Dag gelegt hat. Die Direktion dieſes Theaters bot ihr tauſend Franks für jede Vorſtellung an u. ſezte es in ihre Willkühr, wie oft ſie ſpielen wolle: Dem. Rachel fordert aber 100,000 Fr. fixes Gehalt, drei Monate Urlaub und nach Willkühr ſo ſelten zu ſpielen, wie ſie wolle.— Dem. Rachel iſt indeſſen eine Künſtlerin vielleicht ohne Gleichen. Es gibt aber oft winzige Talente bei manchen Theatern, die die Direktionen im gleichen Verhältniſe tyranniſiren.— Auf dem Gymnaſe-Theater wird jezt auch eines der Dramen der Prinzeſſin Amalie von Sachſen aufgeführt. Es iſt „die Braut aus der Reſidenz.“ Die Bearbeitung, unter dem Titel:„Une femme charmante“ iſt von einer Dame, und hält ſich möglichſt getreu an das Original.
Nteratur.
Literariſches Portfolio. Der in dieſen Tagen in der Weidmann ſchen Buchhandlung zu Leipzig erſchie— nene halbjährige Meßkatalog, für Oſtern 1840, enthält ein Verzeichniß von 4459 fertigen und 448 künftig erſcheinenden Werken. Unter den erſteren befinden ſich 170 Romane, 35 dramatiſche Schriften, 83 geographiſche Karten und 486 ver— ſchiedene, der ausländiſchen Literatur angehörende Werke, leztere in franzö— ſiſcher, engliſcher, italieniſcher, neugrie— chiſcher, holländiſcher, ſchwediſcher, dä— niſcher, wendiſcher, böhmiſcher, ungari— ſcher und polniſcher Sprache. Sämmt— liche fertige Werke ſind in 593 Buch- handlungen erſchienen, u. zwar zu Leip— zig in 76 Handlungen 682, zu Verlin in 56 Handlungen 452, in Augsburg 86, in Baſel 30, in Bonn 40, Braun- ſchweig 58, Bremen 21, Breslau 78, Karlsruhe 43, Cöln 26, Dresden 85, Erlangen 21, Frankfurt a. M. 51, Göttingen 25, Halle 52, Hamburg 140, Hannover 45, Heidelberg 27, Jena 34, Königsberg 16, Magdeburg 33, Mainz 30, München 66, Nürnberg 73, Prag 31, Quedlinburg 92, Regensburg 77, Stuttgart 232, Tübingen 30, Ulm 37, Weimar 30, Wien 187, Zärich 51. Außerdem erſchienen 1064 Werke in 219 verſchiedenen deutſchen, ſo wie 405 in 28 mit Deutſchland in engerer Verbin- dung ſtehenden ausländiſchen Buchhand— lungen. Die Zahl der fertigen Werke beträgt 787 mehr als zu Oſtern, und 732 mehr als zu Michaeli vorigen Jah⸗ res, während die Zahl der Verleger ebenfalls um 104 reſp. 74 gewachſen iſt, — Der berühmte Sprachforſcher Mor— ris, der mehr als 15 Jahre zu Canton in China zugebracht hat, iſt nach Lon— don zurükgekehrt. Er bringt das Ma⸗ nuſkript eines chineſiſch-lateiniſchen Wörterbuches mit, das alle bei den


