Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
249
 
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Der Spiegel

für Run ſt, Eleganz und Mode.

Dreizehnter Jahrgang. Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Vellnpapler mit erſten Kupferabdrüken

5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerlirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. beb allen k.k. Poſtämtern.

32. Sonnabend, 18. April. 1840.

Se.

Der Fluch der Zigeunerin.

An einem ſtürmiſchen Winterabend ſaß um das luſtig flakernde Kaminfeuer eine muntere Geſellſchaft von Herren und Damen; es war ein Abend, wie er zum Mährchenerzählen ſein muß; laut heulte der Sturm und ſchlug an die Fen ſter, unheimlich ſauſte es im Kamine, die Wetterfahne knarrte, und, aufge⸗ regt von wunderbaren Sagen und geſpenſtigen Mährchen, drängte ſich die kleine Geſellſchaft enger an einander und beſprach lebhaft, das Für und Wider der Erfüllung von Prophezeiungen und Vorherbeſtimmungen. Ein Fräulein beſon ders erklärte für lächerlich und unſinnig an dergleichen zu glauben. Ein alter Rittmeiſter, der ſchweigend dieſen Streit angehört, erbot ſich der Geſellſchaft zu erzählen, von der Erfüllung eines Fluches, der ein edles Haus betroffen. Er ſelbſt war Zeuge davon geweſen erbat ſich aber das Vorrecht, den Namen der Familie und des Wohnortes zu verſchweigen, und erzählte Fol gendes:Als Lieutenant kam ich in den Ort zu liegen, wo dieſe Begebenheit ſich zutrug; es war ein Städtchen und gehörte ſammt vielen anſehnlichen Beſizungen einem Grafen, der in der Reſidenz lebte mit ſeiner Frau und einem Sohn, der der