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kunſtvollen Vortrage. In der Arle der zwei— ten Abtheilung war ſie klaſſiſch u. begeiſterte Alles durch Schoͤnheit und Charakterfülle ih— res Geſanges. Es iſt leicht begreiflich, wenn neben ſolcher Trefflichtelt manche mindere Ka— pazität die Vergleiche ſcheuete.—— Die an— dern Soloparthien waren ebenfalls gelungen. Wit nennen die ſehr brave und beſcheidene Sängerin des ung. Theaters Fräulein Fel— ber, dann die liebliche Dilettantin Fräulein urbany, die mit ihrem ſchoͤnen Voctrage u. angenehmen Stimme üͤberraſchte. Sehr lo— benswerth waren auch die Hrn. v. Smolta u. Röder, die zu den Zlerden unſerer Dilettanten gehören; dann Hr. Rötz er, der ſehr verdienſt— lich ſang.— Erwähnt muß noch werden, daß der Peſther Wahlburger u. Wachs händler Hr. Emerich Horwath die Wachslichter un— entgeltlich lieferte.— So hatten wir einen ſchönen Kunſtgenuß, während wir die Thränen ſo vieler Unglüklichen ſtillten. Dank den edlen peſthern und Ofnern, und Dank den edlen Veranlaſſern dieſer für Peſth ſo ehrenhaften Handlung!— Geſtern ward dieſelbe produk— tion zu demſelben Zweke wiederholt.
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Döbler in Oſen. Nachdem dieſer Tauſendkünſtler im Peſther ungar. Theater in drei Wochen vierzehnmal bei vollen Häuſern ſeine intereſſanten unauflöslichen Pro— bleme darſtellte, erſchien er am 11. d. zum erſten Male auf der Ofner Bühne und ver— ſammelte abermals ein ſehr volles Haus! Iſt das nicht ſelbſt ſchon Zauberei? Wer ver— mochte in unſern Nachbarſtädten vor ihm mit ſolch magiſcher Gewalt, ſo unaufhörlich die Menge anzuziehen? Da iſt ein Magnet im Spiele und dieſer Magnet iſt Döbler ſelbſt. Seine Perſonlichteit, ſeine ſinnreichen Erfin— dungen, ſeine Geſchitlichteit in den Händen, u. vor Allem ſeine Art u. Weiſe, wie er Alles vortragt, und wie er ſeine Räthſel aufgibt. Auch in Ofen ſtaunte man ſeine Wunder an, die ob zwar natürlich, doch immer Wunder bleiben. Man erkläre uns die Experimente mit den Schlüſſeln, den Blumenſtökchen, den Uhren, den Tabaksdoſen u. ſ. w. und vor Allem die Blumenſträuschen, die ſo unerſchöpf— lich aus dem Hute hervorſprießen! Und es iſt doch kein Blendwert; es ſind ja wirkliche Blumenſträuschen; es hat ſich doch faſt Je— dermann davon überzeugt! Gar freigebig
war der Zauberhut mit ſeinen in dieſer Jah- reszeit ſo prezibſen Spenden und gar Man— cher erhaſchte ſo viel, daß ihm ſein Gulden Entree mit Zinſen zurük bezahlt wurde.— Daß Dobler ſtürmiſchen Beifall erhielt, braucht kaum der Erwähnung.— Seine zweite Vor— ſtellung iſt auf den Oſtermontag angeſezt.
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Konzert des Guitarre⸗Vir⸗ tuoſen Legnani. Ja wohl Virtuoſe, d. h. vollendeter, von der Muſe begeiſterter Künſtler— man muß es nur ſo weit gebracht haben wie Legnank, um auf dem undankba— ren, dem Konzertſaale nicht angemeſſenen Ständchen-Inſtrumente ſelche Wirkung auf ſein Auditorium hervorzubringen. Ueberra— ſchende Bravour, Gemüthlichteit und Feuer des Vortrages, ein faſt unglaubliches Ver— ſchmelzen der Töne auf die ſem Saitenin— ſtrumente find Vorzüge, die der Künſtlert in den drei vorgetragenen Nummern(1. Saz Guitarre-Konzertes— Potpourri über unga— riſche Rationalthemas— u. Variationen über den Introduktlonschor aus Norma) auf bril— lante Weiſe geltend machte und die ihm ein ſtürmiſches Forarufen verſchafften. Zwiſchen— piecen bildeten das herrliche Duett:„Ah se potessi piangere!“ aus Dontzettl's„Beli⸗ ſario“, von Dem. Felber und H. Blancht mit wahrhaft itatieniſcher Glut vorgetragen. Dem. Felber bewies uͤberdies durch Stimme und
geregelten Vortrag, daß ſie ein beachtens⸗
werthes Geſangstalent ſel und ließ nur be— dauern, daß ſie ſich auf der Bühne, wo ſie an— geſtellt iſt, nicht einen ſolchen Wirkungskreis erhält, wie er ihrer Befählaung würdig wä⸗ re. Hierauf ſang Hr. Bianchi die große Baß— arie aus„Lucia di Lammermoor'e, in wel— cher er einen tüchtigen Stimmefond, Metall- klang, Kraft des Ausdrukes und eine zkem— lich gute Schule entfaltete. Zu wünſchen blieb nichts übrig, als— ein etwas zahlrei— cheres Auditorium. 8.1.
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Modenbild. Uro. 16.
Paris, 1. April. Neueſte Früh ⸗ lingsanzüge für Herren u. Kna⸗ ben.— Frats mit Metallknöpfen. Neueſte Hüte, Stiefel und Spazlerſtoke.
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 10.
Herausgeber und Verleger Franz Wileſen.
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