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Kurioſitäten aus Italien. Marcheſe Malaceſi, in ſeiner Vaterſtadt Bologna als origineller Kauz bekannt, hat, jüngſt daſelbſt im So-ten Jahre ver— ſtorben, nun auch durch ſein Teſtament den während ſeines Lebens erworbenen Ruf beſtätigt. Er beſtimmte die In— tereſſen ſeines über hunderttauſend Seu— di betragenden Vermögens, zur jährli— chen Heirathsausſtattung desjenigen, der beweiſen wird, daß er unter den Kon— kurrenten, die ſämmtlich mit einem Hö— ker behaftet ſein müſſen, dieſe Aus zeich⸗ nung im vorzüglichſten Grade beſizt. Der richtende Akropagus muß aus 12 der älteſten in Bologna lebenden Buke— lichten beſtehen; für dieſe Mühe erhält jeder derſelben eine Goldmünze mit dem Bildniſſe Aeſops.— Olymp-Vaſtil⸗ hen, dieſen Namen legt der Chemiker Stironi zu Cattanea in Sizilien, einer Erfindung bei, die in der Bereitung einer Maſſa beſteht, welche in geringer Quantität in Waſſer aufgekocht, ein köſtliches Getränk geben ſoll, das in Geſchmak und Wirkung die preiswür— digſten Eigenſchaften des Kaffe, Thee und der Chokolade vereinigt. Wir er— warten eine Sendung dieſer Paſtillen, und werden darüber nächſtens berichten. — Genua zeichnet ſich ſeit Jahren durch ſeine vorzüglichen Galanteriearbeiten, beſonders in Silber aus. Die neueſten dieſer Erzeugniſſe beſtehen aus künſtlich gefertigten Silberknöpfen, deren je— der ein kleines Werk birgt, das bei ei— nem leiſen Druke ein Muſikſtük auf— ſpielt. Elegants können in dieſer Weiſe auf ihren Frak's eine ganze Oper auf— führen, u. ſo ihr Erſcheinen ohne vie— ler Mühe, zum intereſſanten geſtalten. Die Garnitur von achtzehn großen und ſechs kleinen ſolcher Silberknöpfe koſtet nur 1800 Franken.— Der Matroſe Tom, vor Kurzem mit dem amerikani⸗ ſchen Handelsſchiffe Jeffſon zu Livorno angekommen, erregt daſelbſt allgemeine
Neugierde; ſeine Naſe ſizt umgekehrt in ſeinem Geſichte, ſo daß die Oeffnun— gen gegen oben ſtehen, und er im Re— genwetter oder hoch gehenden Meere einen kleinen Schirm über die Naſenlö— cher tragen muß, damit ſie ſich nicht mit Waſſer füllen.(Echo.) Paris. Man ſpricht von Errich— tung einer Koloniſirungsgeſellſchaft, an welche alle Ländereien abgetreten wer— den ſollen, die der Marſchall Valse in ſeinem bevorſtehenden Feldzug erobern — wird! Der Herzog von Nemours ſoll Vizekönig von Algerien werden, und als ſolcher die Dotation erhalten, die ihm als Prinz verweigert wurde.
Etwas von Allem. Fräul. v. Haſſelt iſt nach München gereiſt, um ſich dort mit einem Doktor der Medizin,
Herrn Barth, zu vermählen.— Herr
Staudigl gibt jezt Gaſtrollen in Oll— mütz.— Die Oper„Alidia“ von Lach— ner, Kapellmeiſter in München, wird dieſen Sommer in Peſth zur Aufführung gebracht werden. Der Kompoſiteur wird perſönlich die Aus führung auf der Büh— ne leiten. Der Text iſt v. Otto Precht— ler.— Im Hofburgtheater zu Wien be— reitet man ein neues Schauſpiel von O. Prechtler zur Darſtellung, es führt den Titel:„Pardita.“— Das Bene⸗ fizſtük der Regiſſeurs:„Ein mildes Ur— theil“ von Halm, wird am 23. d. M. gegeben.— Ein Trauerſpiel von Wies— ner:„Ines di Caſtro“ genannt, iſt der Direktion dieſer Bühne eingereicht und auch zur Darſtellung beſtimmt worden. — Unter den Preisſtükkonkurrenten für die Theater an der Wien und in der Leopoldſtadt iſt Hr. Neſtroy nicht ein— getreten.— Herr Gämmerler hat als Einnahmſtük Neſtroys Poſſe:„der Treu— loſe““, gewählt.— Die Wien- Raaber Eiſenbahn iſt ſo weit fertig, daß in dieſem Herbſte die Streke zwiſchen Ba— den und Wiener-Neuſtadt befahren wer—
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