Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
243
 
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ein Paar Minuten bor ſeiner Ankunft am beſtimmten Orte weken müſſen. Auf der Fahrt von Neuilly nach Paris ſchläft er gewöhnlich eine Weile. Nach dem Diner legt er ſich, wenn er nicht ſeine Bauten oder die Arbeiten im Garten beſichtigt, wohl eine Stunde auf ein Kanapee nieder, und ſchläft ein. In die ſer Beziehung hat er ſich ſo gewöhnt, daß Geräuſch um ihn her ſeinen Schlaf nicht im Mindeſten ſtört.

Das iſt das Loos der Schönen auf der Erde.

Es iſt ein intereſſantes Faktum, daß drei der in der neueſten Zeit bekannt gewordenen deutſchen Dichterinen gleich der Dudevant durch unglükliche Ehe und Liebesverhältniſſe zur poetiſchen Produktion geführt worden ſind, wir mei nen die Gräfin Hahn-Hahn, Henriette Paalzow und L. Mühlbach. Die beiden erſteren ſind von ihren Männern geſchieden, die Leztere ſoll ihr eigenes Lebens ſchikſal in dem Romanerſte und lezte Liebe, in dem Verhältniß zu einem be rühmten Berliner Arzt, geſchildert haben. Auch von dem Geſchik der Gräfin Hahn-Hahn ſoll man aus der Novelleaus der Geſellſchaft ſehr viel heraus leſen können, ſie ſelbſt ſoll ſich dort mitIlda identifizirt haben. Das trau rigſte Loos iſt von dieſen drei Dichterinen der talentvollen Henriette Paalzow geworden, der Verfaſſerin von Godwin-Caſtle und St. Roche. Sie trägt das tödtliche Uebel des Krebſes in ſich, mußte ſich vor etwa zwei Jahren ſchon die eine Bruſt amputiren laſſen, und man gibt ihr jezt nur noch für höchſtens drei Jahre Lebens hoffnung. Aus dieſer traurigen Lage iſt wohl der Anflug von Pie tismus zu erklären, der im St.-Roche ſich zuweilen geltend macht, ohne jedoch gerade läſtig zu werden. Die Dichterin iſt in dem Hofkreiſe der preußiſchen Prin zeſſinen, wo man ſich in neueſter Zeit ſehr viel mit Literatur beſchäftigt, ſehr beliebt. Natürlich, iſt es doch das Roccocozeitalter Ludwig XIV., das die Staffage ihrer Romane bildet, und das aus ſehr begreiflichen hiſtoriſchen Grün den in jenen Kreiſen ſehr beliebt iſt. Das unlängſt in den Zeitungen vielfach geprieſene Maskenfeſt des Prinzen Wilhelm von Preußen ſoll einen glänzenden Beweis von dem eifrigen Studium dieſes Zeitalters gegeben haben.

Ae tn an iet t n.

Ein Stallmeiſter unterſchied die Nationen durch ihre Art zu reiten. Die Engländer hopſen, die Franzoſen reiten wie Schneider, und der Italiener ſizt auf dem Gaul wie ein Froſch in der Luftpumpe, die Spanier ſchlafen darauf, die Ruſſen drehen den Oberleib wie eine Puppe, und nur der Deutſche ſizt ru hig wie ein Mann, Mann und Pferd ſind eins, wie beim Ungar

Auflöſung des Palindroms in 27: et. s