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ſtorben.— In Preßburg wird eine ita— lieniſche Oper erwartet, die ſich von
dort nach Brünn begibt.— Eine Wie-
ner Tänzerin, Dem. Rail, gefällt in Liſſabon ſehr.— Der Direktor der ita— lieniſchen Oper zu Paris, Hr. Viardot, heirathet die Sängerin Dem. Pauline Garcia.— Der Komiker Rott, der Liebling der Peſther, geht auf einige Gaſtrollen nach Fünfkirchen.— Profeſ— ſor Stahl in Erlangen erhält die Pro— feſſur des verſtorbenen Eduard Gans in Berlin.— Deutſchland bezieht aus Eng— jährlich für 70 Millionen Thaler Waa— ren, während es nur für 2,126,000 Thaler dahin ausführt!— Vogl's „Klänge u. Bilder aus Ungarn“ werden ins Ruſſiſche überſezt.— In London wurde ein Ballet aufgeführt, worin ein Nationaltanz von 30 Dieben vorkommt.— Liszt iſt in Leipzig ange— kommen und wird dann nach Dresden gehen.— In London ſind Memoiren der Mad. Malibran erſchienen.
Lokal-Zeitung.
Borzaga's Konzert. Dieſes fand
am 21. d. M., um die Mittagsſtunde ſtatt und erfreute ſich zwar nicht eines ſehr zahl— reichen Zuſpruches, aber einer belfälligen Auf— nahme. Der Konzertgeber, deſſen Name un— ter den Violoncellvictuoſen von den Kunſt— richtern bereits den Ramen Romberg, Merk würdig an die Seite geſtellt wurde, ſplelte eine Fantaſie von Kummer und ein Diver tiſſement über verſchiedene Motive. Beſonde— eifall fand erſtere Piece, in welcher er
1 die gemuthliche Introduttion und das nekiſche Original⸗Rondo mit ſo viel Zartheit und In— nigtekt ſpielte, daß er durch oftmaligen Ap— plaus unterbrochen wurde. B. beſizt ein wun— dervolles Cantabile, feſte Bogenführung und ſtaunenswerthe Sicherheit in der Applikatur. Fräul. Nina Baldierl ſpielte Thalbergs Norma-Fantaſte mit Virtuoſität und ganz im Geiſte des genialen Kompoſiteurs. Demolſelle Rauch ſang Titl's:„der Sennerin Helm— weh“ und Schuberts:„Gretchen am Spinn— rade.“— Die Akademie wurde mit Mozarts herrlicher Figaro- Ouverture eröffnet, die un—
ter Schindelmeiſſers ſachverſtändiger Leitung, trefflich zuſammen ging. 8.1
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Mad. Szakmary aus Wien gab am 15. März ein Konzert im Redoutenſaale, wo— bei ſich dieſe Pianiſtin durch den Vortrag ei— niger ſehr ſchwierigen Kompoſitionen v. Thal— berg, Herz und Ries eine glänzende Fer— tigteit und Geſchmat bewährte. Sie erhielt vielen und gerechten Applaus.
ö Muſik. Die am verfloſſenem Sonntage abgehaltene Produktion des P. u. O. Muſik— vereins brachte zwei herrliche Tonwerke von dem unſterblichen Maeſtro Beethoven, näm— lich, deſſen geniales Oratorium:„Chriſtus am Oelberge“ und die effektvolle„Schlacht bei Vittoria.“— Beide Piecen wurden präzis exekutirt und fanden allgemein beifällige Auf— nahme. Inzwiſchen ſpielte Hr. Meyer, Schü— ler des Hrn. Taborsky ein Konzert von Be— riot mit viel Fertigkeit u. richtigem Gefühls— ausdruke.—— 3 Döbler. Die Leiſtungen dieſes Tau— ſendkünſtlers ziehen im ungar. Theater faſt unausgeſezt Maſſen von Publikum an und er ärntet auch Maſſen von Belfallsbezeugungen. Die Theaterkaſſa befand ſich nie beſſer, als ſeltdem Döbler mit ſeinen Zauberkünſten ſich ihrer angenommen hat. Das iſt ein wahrer Adept. Er gab bereis fünf Vorſtellungen und gibt heute ſeine ſechſte(zum Beſten des Kinderſpitals.) Er iſt aber auch uner— ſchöpflich in den manigfaltigſten Eskamota— gen. Alle ſind äußerſt ſinnreich und haben eine überraſchende Pointe. Döblers Konver— ſation mit dem Publikum iſt eben ſo er— gözlich und unterhaltend, als zart und an— ſtändig und von dem erſten Piſtolenſchuß, der Hunderte von Lichtern entzündet, bis zur unbegreiflichen Floraſpende, tragt Alles den Stempel der Neuheit u. der Präziſton an ſich. ——
Die Schiffbrüke. Denjenigen un- ſerer Leſer, deren Beruf es mitbringt, oft von Peſth nach Ofen und folglich auch von Ofen nach Peſth zu gehen, wird es wohl ſchon vielmal widerfahren ſein, daß ſie, be— ſonders am Dienſtage und Freitage um die Mittagsſtunde, auf dem Gehwege von Ofen nach Peſth Menſchen begegnet haben, die mit einem Seile ein Schiff vom Peſther ufer an das Ofner zlehen, und die unerbittlich Alles zum Ausweichen nöthigen, was ihnen entgegen kommt. Ja ausweichen! Das wäre ſchon recht, aber wohin? Der Gehweg iſt mit


