eee
173
daß dadurch ſogar der Tod herbeigeführt worden iſt. Iſt das Herz an ſich ſchon reizbar, ſo muß das übermäßige Lachen beſonders nachtheilige Folgen haben.
Theater.
München. Die am 1. März zum Drittenmale gegebene Oper„Guido u. Ginevra“ beſtätigte, daß ihre ſzeniſche Ausſtattung auch ohne Muſik ein gro— ßes Publikum anziehen könnte. Der meiſte Applaus wurde wieder bei jedem neuen Aufzug des Vorhanges den pom— pöſen Dekorationen zugewendet. Wie wenig Erfolg bliebe dieſer Oper, wenn ſie des ſzeniſchen Pomps entledigt wür— de!(Wir erlauben uns hier die Ve— merkung, daß, wenn der muſikaliſche Erfolg dieſer Oper in München nicht der beſte geweſen iſt, dies nur an den Darſtellenden gelegen ſein müſſe. Allem Anſcheine nach überſteigt die Part hie der Ginevra bei weitem die Kräfte der Mad. Mink. In Peſth wird ſich dieſe Oper, wäre auch kein ſzeniſcher Pomp dabei, noch lange halten.)
Paris. Alle Freunde des ächten Geſanges in Paris ſtimmen ein Klage— lied an, denn höchſt wahrſcheinlich wird das hieſige ſo hochberühmte italieniſche Theater eingehen und zwar aus mehre— reren Gründen: erſtens weil Rubini, eine der Hauptſtüzen deſſel ben, ſich in das Privatleben zurükzuziehen gedenkt, zweitens weil aus leidiger Sparſamkeit die Regierung dem italieniſchen Theater keine Unterſtüzung mehr gewähren will, und die Anſtalt ſich durch ſich ſelbſt nicht zu erhalten vermag, indem viele Abonnenten ihre Logen aufgeben, die ſonſt in den Familien forterbten, weil es zum guten Tone gehörte, eine Loge in dieſem Theater zu haben. Die Kunſt nürde einen ſchweren Verluſt erleiden, wenn dieſe Muſteranſtalt wirklich ver—
kümmern ſollte.— In der komiſchen Oper in Paris iſt eine neue Oper von Doni— zetti mit großem Beifalle zum Erſten— male aufgeführt worden:„die Tochter des Regimentes““, eine Geſchichte von franz. Sol daten mit obligater Beglei⸗ tung von Ruhm, Sieg de.— Es wird ein junges Mädchen auf der Straße ge— funden, und von einem Regiment adop— tirt. Die Tapfern machen ſie zur Mar— ketenderin und lieben ſie wie ihre Fah— ne. Das Kind iſt aber die Tochter ei— nes vornehmen Mannes; wird erkannt und eine große Dame, ohne die ehema— ligen Kameraden zu vergeſſen. Die Mu— ſik ſoll große Schönheiten enthalten.
Vorreſpondenz.
Raab(10. März.) Unſere ſchöne, freundliche Stadt, die man früher nir— gends nennen hörte, hebt ſich mit ſchnel— len Schritten zu einer Bedeutung em— por. Durch die in neuerer Zeit ſtattge— fundenen Produktionen der größten Kunſt— notabilitäten Europas, wie z. B. vor ein Paar Wochen erſt der gefeierte Liszt, welchen Genuß viele bedeutendere Städ— te nicht hatten, hat ſich Raab ein ſolch ehrenvolles Nenommé erworben, daß kein Künſtler von Berühmtheit, der Ungarn bereiſt, bei uns vorüber kann, ohne ſich einige Zeit hier aufzuhalten, und uns ein paar vergnügte Abende zu verſchaffen.— Peſth und Ofen hat— ten ſchon oft die Güte für unſern Genuß zu ſorgen und mehrere Künſtler, die ſich dort produzirten, hierher zu ſen— den, wir wollen in der Ausübung von Gefälligkeiten auch nicht zurük bleiben, und ſenden Ihnen noch dieſe Woche


