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Der Spiegel
für Kun ſt, Eleganz und Mo de.
Dreizehnter Jahrgang.
Halbjähriger preis A fl., mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 52 u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im& ommiſſlonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
20. f Sonnabend, 7. März. 1840. SSS Zwei Mächte in Nom. (Fortſezung.)
Zweite Nacht.
Es war Samſtag, und der lezte Tag der ößentlichen Gemäldeausſtellung im Jahre 1835. Eine dreifache Reihe von Equipagen ſtand vor dem Muſe um der Malerei; der Adel, die Künſtler, die Dan dy's, die ſchönen Frauen, und jene Menge, die überall iſt, wo etwas zu ſehen iſt, drängten ſich mit ihren Ein— trittsbilleten zu den Thoren hinein. In der Vorhalle ſtanden zwei junge Män- ner, beide Maler, beiſammen und ſprachen mit einander. Der Eine hatte ein blaſſes Geſicht, deſſen Bläſſe ein ſchwarzes Knebelbärtchen noch grauenhafter machte, eine hohe Stirne und einen Ausdruk von Leiden in ſeinen Zügen, ſelbſt wenn er lächelte, glich dieſes Lächeln einem Sonnenſtrahl durch Regen.
„Wir müſſen dir Vorwürfe machen,“ ſprach ſein Freund zu ihm, ein Jüng⸗ ling, deſſen Knopfloch das rothe Band der Ehrenlegion zierte.—„Vorwürfe, mir, und weßwegen?“—„Ja dir, deſſen frühere Zeit dem Vaterlande einen ruhmgekrönten Sohn verſprach, dir, vor dem wir, deine Nebenbuhler, hätten


