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welche den armen Maler getragen hatten, ſtanden hinter ihm, ebenfalls ver— larvt.—„Signore!“ ſprach Einer von ihnen,„hier iſt er.“ Und der ſtattliche Mann bewegte ſich vom Kamine auf ihn zu, faßte ſeine Hand, führte den Zit— ternden zu dem Ruhebette und mit der ausgeſtrekten Hand guf die Frau zei- gend, ſprach er:„Dieſes Weib muß ſterben.“ Ein fürchterlicher Fluch donnerte dann von ſeinen Lippen, grauſam ſtieß er die Flehende zurük und ſeine Augen ſprühten Flammen aus der Maske hervor.
Jezt mit einem Mal aber ſchien er des Malers Züge näher zu prüfen und plözlich ſchrie er den beiden Männern mit fürchterlichem Tone zu:„Elende! was habt Ihr gethan? das iſt ja nicht der Prieſter.“— Beide Männer ſtürz⸗ ten nun auf ihn zu und er fühlte ſchon die Spizen ihrer beiden Dolche auf ſei⸗ ner Bruſt, die nur eines Zeichens ihres Herrn harrten, um tiefer einzudringen. — Die verſchleierte Dame that einen Schrei und drükte ihr Kind an ihren Bu— ſen. Einen Augenblik herrſchte allgemeine Stille und ängſtliche Erwartung. Nur mit einem Blike hielt der Mann die gezükten Dolche zurük, welche durch das ſichtbare Heben der Bruſt des Malers wankten. Jeder Widerſtand war hier frucht⸗ los.„Wer ſeid Ihr?“ fragte endlich der Verlarvte.—„Ein Franzoſe, ein Maler.“—„Wie kamt Ihr hieher?“—„Ich hatte mich in den Straßen verirrt, und als man die Frage an mich ſtellte:„Seid Ihr es?“ ſagte ich, in der Hoffnung, wieder zurecht gewieſen zu werden: Ja.““—„Ihr ſeid alſo fremd hier? Seit wann findet Ihr Euch in Rom?“—„Erſt ſeit dieſem Abend.“—„Ihr müßt dieſe Verwechslung mit dem Leben bezahlen.“—„Gott tröſte meine arme Mut— ter!“— Und nach einer Pauſe, in welcher der Verlarvte den Maler feſt fixirte, fuhr er etwas ſanfter fort:„Hört, wenn Ihr mir bei Allem, was Cuch heilig iſt, bei Eurer Ehre und bei dem Leben Eurer Mutter ſchwört, daß Ihr mit Tagesanbruch Nom und Italien verlaſſen wollt, um nie mehr dahin zurükzu⸗ kehren, wenn Ihr mir ſchwören wollt, nie mit einem Worte zu verrathen, was Ihr dieſe Nacht geſehen habt, ſo will ich Euch das Leben ſchenken. Wollt Ihr ſchwören?““— Der Maler ſeufzte:„O Rom! Rom!“—„Entſchließt Euch ſchnell.“—„Ich ſchwöre!“—„Verbindet ihm die Augen.— Wenn Ihr je Euren Schwur brecht, ſo nehmet meinen dagegen: Ich werde Euch finden und mich rächen, und ich halte meine Schwüre, das weiß dieſes Weib.“
Drei Stunden nachher bei Tagesanbruch befand ſich der Maler auf der Straße nach Frankreich.(Fortſezung folgt.)
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Buchſtabenräthſel.
Sogleich aufgelöſet durch D. C. Mikulas.
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9. Liegt hell vor dir in Nacht gehüllt, Ein Irrlicht iſt's, ein Nebelbild. 8, 7, 4. Ein Türkenname, wohl bekannt Am Nil; der Herrſcher von dem Land. 4, 0, 8, 5. Ein Name, den der Jude ſchäzt, 2, 6, 9, 4, 5. Die Kunſt, die unſer Ohr ergözt. a 3, 6, 5, 4. So nennt man Johann, wenn er klein, 7, 6, 4, 9. So nennt man Ludwig, wenn er fein, 3, 4, 9, 5, 8. So nennt man Michel, hier zu Land 3, 4, 8, 6, 7, 4, 9. Ein Held im jungen Griechenland.
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