Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
142
 
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zu übergeben, da die Zahl der Kondi tionirenden übergroß und die der ſich ſelbſt Etablirenden viel zu ſtark für den Bedarf ſei. Studiren ſollen die jungen Leute nicht, denn alle Fakultäten ſind überladen, Handwerker gibt es auch mehr als Arbeit; nun ſollen ſie auch keine Kaufleute werden? Was denn? Müßige Ekenſteher? oder von Renten lebende Millionäre? Lezteres iſt für den, der es kann, freilich das Geſchei teſte! Ich denke, man erziehe die Kin der nur zu ordentlichen Menſchen, und laſſe ſie in dem Stande, welchen ſie frei willig wählen, tüchtig werden. An tüch⸗ tigen Menſchen iſt in allen Ständen noch kein Ueberfluß.

Meiland. An den Straßeneken Mailands ſind in Rieſenlettern zweier Ankündigungen von Werken zu leſen, die wenn gleich im ſchneidenden Wider ſpruche, dennoch ganz friedlich neben einander auf zahlreiche Käufer hoffen: Das Ende der Welt und der ewige Kalender.(Echo)

Cremona. Der Cremoneſer Wit tinger hat nun das große Modell der Vorrichtung, mit welcher er die will kührliche Leitung der Aeroſtaten zu be wirken glaubt, vollendet. Ein öffent licher Verſuch wird binnen kurzem zei gen, ob ihm die Löſung dieſer Aufgabe gelungen iſt. Wir werden darüber be richten.(Echo)

München. Bei der jüngſten gro ßen Ball⸗Aſſemblee im gräflich A.'ſchen Palais hat ſich folgendes drollige Aben theuer zugetragen: In der Mitte des Saales wurde man plözlich eines Man nes gewahr, der zwar recht ordentlich bürgerlich gekleidet war, aber ſich ſon⸗ derbar fremd ausnahm. Als der Herr Graf, durch die allgemeine Bewegung ſelbſt darauf aufmerkſam gemacht, den Fremden in Anfrage ſtellte, wie er da her komme, fragte derſelbe:Erlau

ben's, bin i denn hier nitt beim Strek im Odeon? Es zeigte ſich alſo zum Spaße aller Anweſenden, daß ſich die ſer Mann, ſtatt in die Bürger-Redoute im Odeon, in das nahe daran ſtehende gräfliche Haus verirrt hatte.

London. Der Werth der koſtba ren Gold- und Silbergeräthe, welche bei dem Feſtbankett am Vermählungs tage im St. Jamespalaſte ausgeſtellt waren, wird auf 500,000 Pfd. St. ge ſchäzt.

Stuttgart. Am 11. Februar feierten die Zöglinge der ehemaligen hohen Karlsſchule hier das Geburtsfeſt des Stifters. Ihre Zahl betrug nur noch 47, darunter die jüngern nahe an 60 Jahre zählten; Senior iſt der noch immer rüſtige 96jährige Oberſt Röſch.

Braunſchweig. Bei George Weſtermann, erſcheint zum bevorſtehen den 400jährigen Jubelfeſte der Erfin⸗ dung der Buchdrukerkunſt eine Statue Gutenberg's in Gips, von dem be rühmten Bildner Prof. Rauch in Berlin modellirt. Die Statüe iſt im Modell bereits fertig; ſie wird ſich ge wiß einer ſehr günſtigen Aufnahme bei dem Publikum zu erfreuen haben, da die Meiſterhand Rauch' s hier Ausge zeichnetes geliefert hat. Während daß Thorwalddſen' ſche Monument in Mainz der Nation angehört, kann die Rauch' ſche Statue für ein paar Tha ler das Eigenthum jedes Einzelnen werden. Sie iſt in derſelben Größe ausgeführt, wie die bekannte, unüber⸗ trefflich ſchöne Stat ue Goethe's von demſelben Meiſter, in einer Höhe von etwa 15 Zoll. Alle Buch- und Kunſt handlungen nehmen Beſtellungen da⸗ rauf an.

Potpourri aus Paris. Die Dame, welche wegen Vergiftung ihres Gemahls in Unterſuchung ſteht, iſt Mad. Laffarge, Tochter des Hrn. Garat, Direktors der Bank von