Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
141
 
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Anſichten. Urtheile. Begebniſſe.

Theater.

Wien. Das Hofburgtheater zahlt unter allen deutſchen Bühnen das größ te Dichterhonorar; dieſem ſchließt ſich das königl. Teater in Verlin an, das größtentheils 100 Thlr. in Gold zahlt, Hamburg zahlt 10 bis 20 Louisd' or, München 10 Louisd'or, Stuttgart viere. (Peſth zahlt oft mehr als 100 Thlr.)

Berlin. Im nächſten Frühjahre ſteht den Theaterliebhabern bei uns ſ ein ſeltener Genuß bevor. Die Direktion des Königsſtädter Teaters hat nämlich das Perſonal der gegenwärtigen italie ſchen Oper zu Wien auf mehrere Vor ſtellungen engagirt. Der berühmte Pianiſt Dreyſchock vermochte hier nicht, unſer muſikaliſches Publikum durch ſein vortreffliches Spiel in ſein veranſtal tetes Konzerte zu loken, und iſt des⸗ halb nach Stettin gegangen, wo er bei überfülltem Hauſe bereits mehrere Kon zerte gegeben hat. Am 13. Februar ging wider ein neues aaktiges hiſtori⸗ ſches Luſtſpiel von Raupach, genannt Eliſabeth Farneſe, über das Hoft hea ter, welches ganz durchfiel, indem der größere Theil des Publikums ſolches völlig ausziſchte. unglüklicher Weiſe war der Verfaſſer bei der Aufführung und bei den Zeichen des Mißfalleus ſelbſt zugegen.

Stuttgart. Ein neues Drama die lezte weiße Roſe von Dr. Curanda iſt hier aufgeführt und vom Publikum ſehr beifällig aufgenommen worden. Ein in den neueſten Nummern

des Morgenblattes enthaltener Bericht aus Stuttgart ſpricht ſich über dieſe dramatiſche Produktion eines jungen ta lentvollen Dichters günſtig aus. Turin. Der hier lebende deutſche Komponiſt, O. Nicolai, iſt mit einer neuen Oper:il Templario, für die hieſige erſte Bühne fertig, und wird ſie nachſtens zur Aufführung bringen.

Mignon-Zeitung.

Wien. Ein höchſt ergözlicher Wett kampf hat ſich zwiſchen unſern Lichter fabrikanten entſponnen. Man ſchlage nur die Wiener-Zeitung auf, und da wird man finden, daß die Apollokerzen alle andern erdenklichen Kerzen an Schön heit, Güte und Wohlfeilheit überbie ten. Iſt dies wahr? Fragt die Aktien⸗ geſellſchaft der Millyker zen, die ſaget von ihrem Produkte daſſelbe. Iſt vielleicht das wahr? Fragt die Erzeuger der Stearinkerzen; ſie antwor⸗ ten Euch von ihrer Waare wieder das ſelbe, und ſo gehet es fort mit den Margarinker zen, den engli⸗ ſchen Wachs kerzen u. ſ. w. Aber machen es die Journalredaktoren mit ihren pomphaften Anzeigen und Selbſt lobreden nicht eben ſo, und fürwahr ſie verbreiten doch weniger Licht als Kerzenfabrikanten.

München. Franz v. Baader hat ſich wieder verheirathet, was dieSion mit folgenden Worten meldet:Heute am 29. Dezember ward in der Metro politankirche zu U. L. Frauen getraut der Philoſoph Franz von Baader, K. O. Berg- und Salienrath, Prof honor. an der Univ., Verfaſſer der Thunlich keit und Nichtthunlichkeit, geboren den 29. März 1765, mit Anna Marla Robl, Bäkerstochter von Kötzling, ſeit 13. Mai d. J. als Magd bei der Freifrau von

Fahnenberg, ſeit 5. Okt. mit Aufent⸗

haltskarte bei dem Hofſtaller Pfeiffer. Sie iſt geboren den 16. Okt. 1814.

Berlin. Es wird nächſtens ein Geſez erwartet welches die Herausgabe der Briefe Verſtorbener, wenn dieſe nicht bei Lebzeiten ihre Bewilligung dazu ge⸗ geben, beſchränken ſoll. Man hat hier die Eltern öffentlich gewarnt, ihre Söh⸗ ne nicht allzuzahlreich dem Handelsſtanbe