Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
137
 
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Z. ö

Der Spiegel

fir Kun ſt, Eleganz und Mode. 2

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Dreizehuter Jahrgang.

Halbjähriger Preis 4 fl. mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 3 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im K ommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bei allen k.k. Poſtämtern.

18. Sonnabend, 29. Februar. 1840. DSR Das Sprecheu-Lehren.

Das Sprechen-Lehren und Sprechen-Lernen der Kinder iſt einer der wich⸗ tigſten Gegenſtände der Erziehung der Menſchen, und darum dürften einige flüch tige Bemerkungen darüber, beſonders für unſere Leſerinen, nicht verwerflich ſein.

Die erſte hierbei zu beobachtende Regel iſt an Euch gerichtet, Mütter, die Ihr Stellvertreterinen der Natur ſein ſolltet, und denen ſie die erſte Erzie⸗ hung der Kinder anvertraute: Strengt Eure Kinder nicht zu früh⸗ zeitig an, daß ſie ſprechen ſollen. Der Grund dieſer Vorſchrift be ruht auf der ganz natürlichen Erfahrung, daß die Sprachwerkzeuge eben ſo gut ihre Zeit zur Reife bedürfen, wie jedes Glied des Körpers. Wenn die Kinder zu früh laufen lernen ſollen, ſo ſezt man ſie mancherlei Nachtheilen aus, die oft auf ihre ganze Lebenszeit Einfluß haben. So auch mit dem Sprechen-Lernen. Man fürchte nicht, daß ein Kind ſtumm bleiben werde, wenn man es nicht reize und plage, ſprechen zu ſollen und ſprechen zu müſſen. Fühlen ſich die Sprach werkzeuge, die bei den Kindern eine geraume Zeit ſtarr und ungelenk ſind, fähig, ſo wird das Kind von ſelbſt ſprechen, ehe wir es vermuthen, ſo wie viele Kin der, ohne die kleinſte Anleitung erhalten zu haben, laufen lernen.