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Der Spiegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehuter Jahrgang.
Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k. t. Poſtämtern.
15. Mittwoch, 19. Februar. 1840. — S S
Das Stelldichein. Wiener Novelle 3).
„Du biſt ein entſezlicher Schwärmer,“ mußte ſich der junge Graf Hugo, der zu den liebenswürdigſten Kavalieren Wiens gehörte, oft von ſeinen Freunden ſagen laſſen;„kaum verheirathet mit einer bildſchönen. Frau, kaum Vater eines Engels von einem Mädchen, kannſt du deine verliebten Abenteuer doch nicht laſſen, ſtößeſt unaufhörlich in deiner Kärthnerthor-Loge deinen Nachbar, den diken Banquier an, um ihn auf die Schönſte im Chor aufmerkſam zu machen; in die Peche ſollſt du noch immer verliebt ſein, ob ſie gleich in Gräfenberg iſt, oder ob man dir nicht zutraut, eine Leidenſchaft zu erhalten, wenn der Gegen— ſtand derſelben aus deinen Augen iſt; wenn man dich aufſucht, nie trifft man dich zu Hauſe; bald heißt es: du biſt in der Reitſchule, bald in Baden zu ei— nem Privatwettrennen, bald: du hörteſt die Meſſe; wenn man hinginge, würde
von Allem nichts wahr ſein, als das Leztere, weniger weil du fromm biſt, als weil du die Sitte der gemeinſchaftlichen und gemiſchten Gottesverehrung für
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*) Telegraph 1840.
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