Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
112
 
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ausgezeichnete Sängerin Mad. Schodel, die aber, zur Freude des hieſigen Publikums, den Antrag ebenfalls refüſiten dürfte.

Redoute. Der Karneval hat ſeine Ma⸗ jorennität erreicht. Es iſt zwar ein langer Karneval heuer, aber nun iſt er nicht mehr lang. Noch zwei oder drei Mal und die Pforten werden geſchloſſen, die Euch zu ſolch paradieſiſcher Luſt führten. Drum auf! benüzt die Zeit, eilet zum Genuſſe; Ihr würdet es ſonſt bereuen, ſolche ſchöͤne Gelegenheit ver ſäumt zu haben. Morgen iſt die fünfte Re doute! Großer Maskenball! Schöne Masken, reiche Masken, phantaſievolle Masten, lauter ſinnige Räthſelbilder, Masken, die Seele, die Würze des Karnevals, die Eurem Ver ſtande, Eurem Scharfſinne ſo viel zu ſchaffen geben; die Euch ſoſüß neken, die Euch ſolche heimliche Freuden bieten ſie werden morgen ſich ſo äußerſt zahlreich einfinden und Ihr werdet Eure Luſt u. Eure Freude daran baben. und dann die Muſik! Es lebe Mo relly! Welche zauberiſche Klänge! Wle ein ladend zum Tanze! Ihr werdet ſie dahin ſchweben ſehen, die nett gepuzten Pärchen, Seligteit und Schweiß auf ihren Geſichtern gemalt; und ich wette, es wandelt Euch die Luſt an, eln Tänzchen mitzumachen. Nun wohlan, die Menge reiht ſich unter dem Banner des Vergnügens; das Zeichen iſt ge geben; das Orcheſter ertönt; die Narren kappe ſchellt; der Karneval folgt, die Maske in der Hand, links und rechts, ſeine Bon bonerien vertheilend.Weg mit böſen Vor bedeutungen! heißt es u. ſelbſt der ernſthaf⸗ teſte Philoſoph ruft jezt mit Beranger aus:

J entends au loin Parchet de la folie: 5 0 1* O mes amis, prolongeons d'heurex jours.

Alſo morgen ſehen wir uns, meine ſchönen Damen und galanten Herren, in der fünf ten Redoute des herrlichen Peſther Redou tenſaales.

Roßhaar⸗unterröke. Da dieſe neue Erfindung, die ſo viele Grazie den Toi letten verleiht, auch bei uns in Aufnahme kommt, ſo verdanken es uns unſere Leſerinen wohl, wenn wir ihnen darüber einige Andeu tungen mittheilen.

1. Die Roßhaar-unterröke ſind beſtimmt den Kleidern ihre Kreisförmigkeit zu erhal ten, nicht aber die Kontouren auf eine über

triebene Weiſe zu erweitern; darum muß die Weite derſelben je nach der Statur der Perſon berechnet werden u. die Breite muß im Ein- tlange mit der Taille ſtehen. Man gibt den Falten die von der Nothwendigkeit gebotenen Modiſikationen, ſeil es denn, daß man ihren Plaz verändert, daß man ſie verlängert, oder endlich ſie vernichtet. Es iſt daher wohlgethan, wenn man ſich die Roßhaarröke von einem Schneider auf ſeinen Körper machen läßt, u. nicht fertig kauft.

2. Man tragt ſie unter dem Unterrok, aber nicht unmittelbar unter dem Kleide.

3. Ihr Gewebe muß mit jenem des Klel des harmoniren, wenn es ſeinem Wellenſchlage entſprechen und die Kontour aufrecht erhalten ſoll. Es ſind daher zwel Roßhaar-Unterröke

erforderlich: ein ſtarker für Kleider aus ſchwe⸗ ren Stoffen und ein leichter, um Mouſſelin.,

man ſie mit einem in Seifenwaſſer getauch⸗ ten Schwamm, oder ſanften Bürſte perpen⸗ ditulär(von oben herab) reibt.

8 ü ür Herren. Denienigen eleganten Herren, die für ihre Kleidungsſtüke, nebſt einer hochſt zierlicher Arbeit, die den Stempel der Neuheit und Solidität an ſich tragt, auch noch billige u. prompte Bedienung wünſchen, emofehlen wir Hrn. Schimet, bürg. Wänner⸗ tleidermacher in Ofen(nächſt der im Groß'ſchen Hauſe), der gewiß tigen Wunſch entſpricht.

Für Damen. Wir ma en auf die trefflichen Puzarbelten der Dem. Jeanette Münnich in Peſth(Königsgaſſe, Nr. 576, 3. Stot, Thür Nr. 4) aufmertſam, indem wir aus eigener Ueberzeugung verſichern konnen, daß dieſe Arbeiten allen Wünſchen beſtens ent⸗ ſprechen, namentlich werden Blonden, Bruß⸗ ler- u. alle andern Arten Spizen ſolchergeſtalt gepuzt, daß ſie den neuen vollkommen gleichtommen.

Drukfehler. Im Spiegel Nro 11.

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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.