Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
95
 
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Thiere warme Milch, wuſch es, worauf es in einigen Tagen geſund wurde. Beide Thiere ſind ſeitdem unzertrennlich und die ſeltſamkeitſüchtigen Engländer reiſen ſeit langer Zeit nachTalbot Inn in Liverpool, den barmherzigen Hund ken nen zu lernen.(Oeſt. Zuſch.). In den Kat harinendocks in London werden Ka zen gehalten, um die Ratten zu ver treiben, die ſonſt ungeheuere Verwü ſtungen beſonders unter dem da lagern den Zuker anrichteten. Die Unter hal tung der Kazen koſtet jährlich ungefähr 700 Thlr. Es ſind zwei Männer ange ſtellt, welche dieſelben zu beſtimmten Stunden zu füttern haben und wegen der Ablieferung des Futters für die Kazen iſt ein förmlicher Kontrakt abge ſchloſſen.

NewYork. In St. Louis (Verein. Staaten) will man eine Brüke bauen, die ihres Gleichen in der Welt nicht haben und die Kettenbrüke über die Donau zwiſchen Peſth und Ofen weit übertreffen wird, nämlich eine Draht hängebrüke über den Miſſiſſippi!

Paris. SchillersKabale und Liebe iſt als La fille du musicieu in Paris moderniſirt gegeben worden. Im fünften Akte heirathet Ferdinand die Lady Milford, Luiſe will vor Aerger darüber erſtiken, da ihr dies aber nicht gelingt, öffnet ſie die Ofenröhre und erſtikt ſich vermittelſt Kohlendampfes.

Ob nicht dieſe neue Bearbeitung bald wird in's Deutſche überſezt werden?

Lokal-Zeitung.

Theatraliſches. unſere erſte Sän gerin Delle. Henriette Carl hat ſo eben von der Adwiniſtration des k. k. Hofopern theaters nächſt dem Kärnthnerthore in Wien eine höchſt ſchmeichelhafte Einladung zur a u genblitlichen Reiſe nach Wien auf Gaſt rollen erhalten. Allein die geſchäzte Künſtle rin dürfte wohl vor der Hand wegen ihrer unentbehrlichen Anweſenheit in Peſth, dieſe ehrenvolle Einladung ablehnen.

unſer geſchäzte Gaſt Hr. Reichel bat am 5. d. M. als Osmin in Mozart'sEnt

führung ſeine Gaſtrollen auf der deutſchen Bühne beendigt u. wird nun einige Mal auf der ungariſchen Bühne ſingen. 1

Hr. Kapellmeiſter Schindelmeiſſer be⸗ findet ſich gegenwärtig zu Preßburg, wo er die erſte Aufführung ſeiner OperSzapary perſönlich dirigiren wird.

Delle. Magdalena Zettler, Mitglied des k. ſtädt. Theaters zu Ofen, die wie ſchon erwähnt, am 3. d. M. mit Tode abging, war eine ſehr ſchäzbare u. verdienſt volle Schauſpielerin. Sie bekleidete das Fach der erſten Heldinen und Anſtandsdamen mit gleichem Glüke und bewies ſich ſtets als eine gebildete, denkende und verſtändige Schau ſplelerin, die zwar weniger von der Natur begünſtigt war, aber deren Darſtellungsweiſe Innigteit und Wärme, ſo wie künſtleriſche Einſicht beurkundete. Ihr Rollenkranz war ſehr reich und darunter einige Blumen von vorzüglichem Werthe. Sie nahm auf mehre ren bedeutenden Theatern des In- und Aus landes eine ehrenvolle Stelle ein. Das Ofner Publikum hat an ihr einen ſchwer zu erſezen den Verluſt erlitten. Die Theilnahme ſprach ſich auch bei ihrem Leichenbegängniſſe, am 5. d. M., ſowohl von Seiten des Publi tums, als auch von ihren Kunſtgenoſſen auf's Unzweideutigſte aus. Eine große Volksmaſſe aus allen Ständen, die Ofner Theatergeſell ſchaft, ſo wie die erſten Mitglieder des Pe ſther deutſchen Theaters(Herrn Direktor Schmid an der Spize) und des Peſther un gariſchen Theaters folgten der Bahre, und ſowohl von den Soloſängern als von dem Chorperſonale beider Bühnen wurden Geſän ge abgehalten. Delle. Zettler war 34 Jahr alt und hinterläßt Eltern u. Geſchwiſter, die ihr größtentheils ihren Unterhalt verdankten. Heute, Sonnabend, findet das Beneſiz für dleſe Hinterlaſſenen auf der Ofner Bühne Statt. Gegeben wird zum erſten Male: Das Geſpenſt auf der Brautſchau. ge das Publitum dieſen Anſpruch an ſeine Wohlthätigteit nicht ohne Erfolg laſſen!

Induſtrielles.(Für Bauher ren, Gaſthäuſer, große und klei ne Haushaltungen.) unter den neue⸗ ſten Erfindungen unſerer produktiven Zeit ha ben ſich wohl wenige als ſo erfolgreich be währt, als die ſogenannten neuen Spa r herde oder Kochmaſchünen. Es iſt nun keine ſollde Haushaltung mehr, wo nicht dieſe Maſchinen ihre täglichen Dlenſte verrich