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ten. Allerdings hört man auch von verſchie⸗ denen Seiten Klagen über Fehlerhaftigkeit, Mangel an Ausdauer, und unzwekmäßige Konſtruttion derſelben; aber das rührt da— her, well viele unberufene in das Handwerk pfuſchen, und Arbeiten für theures Geld lie—
fern, die nicht nur dem Zwek nicht entſprechen,
ſondern noch weit ſchlechter als die gewöhn— lichen Herde ſind.— Wir finden uns daher veranlaßt, bei Gelegenheit der bald zu be— ginnenden Bauten, ſo wie zum Ruzen und Frommen für Private, wiederholt auf die trefflich gearbeiteten, allen Anforderungen entſprechenden Kochmaſchinen oder Sparherde des Feuer-Maſchiniſten Hrn. Anton Po— korny(Königsgaſſe, im Schmldt-ungar⸗ ſchen Hauſe in Peſth) hinzuweiſen. Dieſe Ma— ſchinen des Herrn Pokorny, des erſten Mei— ſters, der ſie nach Peſth brachte, zeichnen ſich durch Eleganz, Brauchbarkeit und Billigkeit beſonders aus. Sie erſparen Raum(was bei Neubauten beſonders zu berükſichtigen iſt) und Holz; ſie ſind eben ſo bequem als reinlich; ſie liefern die ſchmakhafteſten Spei— ſen, zugleich die beſten Braten u. Bäkerelen; ſie ſind tragbar, können mit großer Leichtig— keit von einem Ort zum andern transportirt werden; ſie ſind nach jeder Dimmiſſion einge⸗ richtet und zu haben, für 5 bis 1500 Per ſo— nen, u. können endlich überall als das zier— lichſte Möbel angebracht werden. Wer noch immer eine ſolche Maſchine von Hrn. Pokor ny hatte, bezeig te ſeine höchſte Zufriedenheit, u. man muß es ihm laſſen, daß er einen Ehr— geiz darein ſezt, vollkommene Arbeiten zu lie— fern, und daß er unermüdlich in Neuerun— gen und Verbeſſerungen iſt. —
Redoute. Morgen iſt die vierte Redou— te im Peſther Redoutenſaale. Wir begnügen uns mit der einfachen Anzeige. Der zahlreiche Beſuch iſt gewiß!
An Err Redacteur von die Peſther Tagblatt!“)
Sie aben geabt der Güt, in Ihr distin— girt Journal ſu mat Erwähnung von meine Kaffee-⸗Aus ond Reſtauration ond ik kann nix onterlaß, Ihn ſu ſag mein erslit Dank für Ihr honnelté Pourtant muß it Sie bitt, ſu
e) Eingeſandt und buchſtäblüch aufge⸗ nommen.
corrigir ein klein Onrichtigkeit, der ſik ſeln glissé in dee Artikel savoir der Bemerkung, daß it mir laß tüktig beſal. Mein Speis ſie koſt nix mehr theuer, als die Speis in an⸗ dere Restauration, wo ſein beſorg für Rein⸗ lichteit, ſchoner Locale ond guter Bedienong, ond wenn in Wurmhof kann ſpeiß wohlabender Leut, König von Honger ond Kontgin von Englond ſeines aut nik Restauration für ar- me Teuff!
Der Expression, daß meine Speis⸗Carte ſei angeſchwoll, it nir recht verſteh', aber ik soupponir dies ſu ſein ein Smeichelei, weil ik ſchon öfter ab geört ſag meiner Gäſt:„hab Sie geles cut der geſchwoll Artitle in der Tagblatt?“
Ik ab die Herr ſu ſein eictera.
Edvuard Duchange.
Modenbild. Uro. 5.
Paris, 19. Jäner. Maskenbild.
Modenbild. Ur. 6.
Paris, 23. Jäner. Dieſes Modenbild liefert drei Alterſtufen aus dem Leben einer Frau in drei Schattirungen, die der Takt in der Toilette beobachten muß. Hier ſinden wir ein Mädchen von 15 Jahren: Jugend, Anmuth, Einfachheit. Das Kreppkleid muß weiß oder von zarter Farbe ſein, der Leib auliegend, die Formen ſind noch ſo leicht, ſo natürlich, nichts darf ſie beſchränken; drei Kreppſtreifen bilden einen Shawlkragen, der die Schultern umgibt u. beſcheiden den Hals bedekt. Der Doppelrok en tunique iſt ſo wie das Kleid mit einer Kette kleiner Atlas-Rou— leaux geziert. Die Koeffüre beſteht aus Schlel— fen von blauen mit Silber oder Gold geſtreif— ten Bändern, welche über die Wangen gehen— — Dort ſehen wir eine Frau von 32 Jahren. Die Schönheit iſt in ihrer Blüte. Die Toi— lette fordert Eleganz, Auswahl; es iſt die Epoche der Spizen, reichen Stoffe, aber man wendet es koquett und mit Fantaſie an.— — Nun endlich fünfzig Jahre! Man ſagt jezt:„Sie war ſchön!“ Aber was liegt ihr daran? Ihre Tochter iſt noch ſchön; ihr Enkel iſt ſchon ſchön. In dieſem Alter ziemt ſich auch Einfachheit, aber reiche Zeu— ge, Sammet, Seldenſtoffe, Spizen. Dieſes Mal iſt es keine Kaprize mehr, die in die Haare eine ſich mit Federn mengende Splze gibt: es iſt die gebieteriſche Nothwendigkeit, die ein Bonnet, einen Hut, ein Fichu ver— langt, und der Geſchmak muß noch*
leiten.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


