72
nicht zugegen. Unter den Fremden war bemerkenswerth Fürſt Pückler-Muskau, welcher hier zum erſten Male in einem hohen öffentlichen Zirkel erſchien, und durch den preußiſchen Geſandten, Gra—⸗ fen von Maltzahn, präſentirt wurde. Er ſchien ſich nicht ſo ſehr der mündli— chen Unterhaltung, als der Beobachtung des um ihn vorgehenden Neuen und Un⸗ bekannten hinzugeben. Seine Abyſſinie— rin, mit der er im Kärnthnerthorthea— ter in einer Loge erſchien, befindet ſich bereits in einer hieſigen Erziehungsan⸗ ſtalt.— Bei der Kaiſer Ferdinands Nordbahn iſt man eifrig befliſſen, deut— ſche Maſchinenführer auszubilden, wo⸗ von zehn bereits den Dienſt vollkommen verſtehen, und glaubt damit an Ver— läſſigkeit bedeutend zu gewinnen. (N. C.)
London. Zu Midhurſt lieſt man auf einem Leichenſteine folgende origi— nelle Grabſchrift:
Neben dieſem Stein
Liegt Hanne, das Weib mein. Sie ging ohne Zweifel
In die Höll' zum Teufel. Sollte ſie aber im Himmel ſein, Dann wollte ich nimmer hinein.
Baltimore. Hier ſchreibt ein Herr Pechem ein Buch über die ameri⸗ kaniſche Revolution. Er wird ſein Buch in der bibliſchen Schreibart verfaſſen, und, wenn es Abgang findet, auch— noch, poetiſch behandelt, in 13 Geſängen her— ausgeben.
Lokal-Zeitung.
Muſitaliſche s. So eben erſchien in J. Wagners Kunſthandlung in Peſth(Ser⸗ vitenplaz, Graf Teleky-Haus):„Emlékül Liszt Ferenezre“ d. i.„Erinnerung an Liszt“, enthaltend den Rakoczy-Marſch, für das Planoforte geſezt vom Hen. Kapell⸗ meiſter Erkel. Eine der un vergeßlichſten Pro— duktionen des großen Künſtlers bleibt wohl auch der mit ſo vieler Begeiſterung vorgetea⸗ gene Rakoczy⸗Marſch. Hr. Kapellmeiſter Erkel
4
hat ihn aus dem Gedächtniß ganz getreu a gezeichnet, und er erſchlen hier in el ſehr gefälllgen und eleganten Ausſtattu Auf dem Titel bemerken wir das wohlgett fene Porträt des Virtuoſen. Der Not ſtich iſt rein und deutlich.
— 7— „
Karnevals⸗Daguerrotyp. am 23. d. M. in den beiden Redoutenſeé abgehaltene„Mediziner-Ball“ dü⸗ wohl unter den diesjährigen Karnevalsverg gungen eine erſte Stelle einnehmen. Brillan jeder Beziehung, ergözte er eine Verſamml von mehr als 3000 Gäſten aus der Elite hieſigen eleganten Welt; die jungen Aet lapsjünger hatten Alles aufgeboten, di Abend, den ſie für ſich uſurpirt hatten, a Theilnehmern unvergeßlich zu machen, Eintretenden überraſchte das geſchmakvolle rangement, ein freundlicher artiger Empf von Seite der Herrn Aktionäre; den Dar wurden Tanzordnungen auf Atlas gedrukt ü reicht, der große Saal bot in ſeiner bril f ten Beleuchtung, die die glänzendſte Dans, und Herren⸗Toilette im ſchönſten Lichte derſtrahlte, ein wahres Feenbild u. wer den kleinen Saal betrat, wo ihm aus ei Blumenhaine ein hochſprudelnder Spring den lieblichſten Duft ſpendete, dünkte ſic eine Mährchenwelt, wie ſie Shehezerad Tauſend und Einer Nacht ſchildert, ver g Den Tanzluſtigen gewährte Morelly's berbogen, der dies mal auch Walzer von H. H. Medizinern exekutirte, erhöhte Luf, Die Redoute am 26. war zahlreicher be als ihre Vorgängerin u. Alles war von e Faſchingsluſt durchdrungen.— Geſchmak. und reiche Masken durchſchwärmten den und hunderte vergnügte Päärchen flogen hüpften nach Morellys taktfeſtem Komma Die nächſte Redoute, am 2. Feb., dürfte
höchſt brillant werden. 8.
— 5
Benefiz(Ofen). Sonnabend, a Feb., zum Vortheile des Hrn. Ran ft, erſten Male:„Aeltere und neu Bekanntſchaften oder: die entfe ten Geiſter.“ Eine Gallerie beliebter nen aus beliebten Stüken mit Geſang, und Gruppirungen, zuſammengeſtellt ven Schickh. Die Muſik von verſchledenen Mei
C
0
1
Beilage:„Der Schmetterling.“ N
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


