Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
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Ich bin ein naͤzlich' Ding, ein

Jeder wird's geſtehen,

Wenn ich das Wörtchen nenn', dann kannſt du's ſelber ſehen. Der Menſch gewinnet mich mit Mühe und Beſchwerde Aus Meeren und aus See'n und aus dem Schoß der Erde;

Ich bin, daß ich dir's detaillir'

in größter Kürze,

Zwar kein Gewürz, und doch das beſte der Gewürze.

Zweite Sylbe.

Als Ueberbleibſel noch aus alten ſchönen Zeiten

Erblikt dein Aug' mich oft auf Bergen ſchon von Weiten. Als man die Schießgewehr', das Pulver noch nicht kannte, Und nur für Mannes⸗Muth und Tapferkeit entbrannte; Da konnt' ich trozen auch gar manchen mächt'gen Heeren, Mich gegen ihre Macht mit meinen Mannen wehren.

In unſdrer Königsſtadt iſt ſie auch wohl bekannt; f Fragſt du darnach, dir zeigt ſie Jeder mit der Hand.

Das Ganze. Siehſt du in Oeſterreich als ſchöne Stadt mich blühen, So wird vor Freud' und Wonn' gewiß dein Herz erglühen; Ja, einem Garten gleich, prang' ich in üppigem Flore Mit meinen Pracht-Palais, mit meinem Felſenthore, Du wirſt gewiß in mir die Zweit' auch nicht vermiſſen. Schon aus der Ferne wird gaſtfreundlich ſie dich grüßen.

E. Brecher.

Au fllöſung des Logogriphs in Nr. 7:

ſichten. Urthe

Literatur.

Literariſches Portefenille. Die franzöſiſche Preſſe gewinnt zu Kon ſtantinopel immer mehr Ausdehnung. Außer dem bereits dort erſcheinenden franzöſiſchen Journal gehet man jezt mit dem Plane um, ein anderes Blatt, ganz nach dem Muſter der großen fran zöſiſchen Zeitungen zu gründen. Die Probeblätter des wieder aufs Neue fort geſeztenFreimüthigen in Berlin ge ben kein gutes Prognoſtikon für ſeine künftige Exiſtenz, da ſie als Empfeh lung ſehr wenig Intereſſantes enthal⸗ ten. Troz der traurigen Erfahrung des ephemeriſchen Lebens aller in Berlin er ſcheinenden Journale hat es doch wieder ein bewährter Schriftſteller, im Vereine mit einem königl. Koche, unternommen,

Gloke. Loke. Oken.

ile. Begebniſſe. eineallgemeine Küchenzeitung her auszugeben, die in wöchentlichen Lie ferungen für 1 Sgr. erſcheinen wird.

Mignon Zeitung

Potpourri aus Paris. Man verſichert, daß ein reicher Bankier bei dem Polizei-Präfekt um die Erlaub⸗ niß nachgeſucht habe, die Thiere de Car ters an einer ſeiner Soireen bei ſich haben zu dürfen. Dieſes Geſuch, das bisher noch keinen Beſcheid erhielt, hat keinesweges die Damen abgeſchrekt; je de will ihren Muth hier geltend ma chen. Man ſtreitet ſchon um die Einla dungskarten. Maierbeer, der mit ſeiner Familie den Winter in Baden zubringt, hat eine große Cantate voll⸗ endet, die bei Gelegenheit der Hochzeit