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Tempel, um den Beweis zu liefern, wie ſtets es zum größten Vergnügen ge— gereicht auch mit den kleinſten Dienſt gefällig ſein zu können. Dero ewig denkbarer Verehrer CELESTIN.““
Literatur.
Literariſches Portefeuille. Von München aus wird die„Legende vom Sanet Hubertus und das Mähr— lein von Schneeweiß und Roſenroth, mit Bildern von Franz Grafen von Voce,“ angekündigt; der Bearbeiter der Legende und der Mährchen iſt nicht genannt. Wahrſcheinlich iſt es Guido Görres, der in früheren Bearbeitungen ähnlicher Stoffe höchſt unglüklich war, und die rührende Einfachheit derſelben vernichtete, indem er eine Polemik ge— gen Beſtrebungen unſerer Zeit hinein— trug, die er zu würdigen freilich wohl weder Ruhe noch Unbefangenheit genug beſizt.— Als im Laufe der nächſten Monate erſcheinend, werden angekün— digt: zwölf Bände Ueberſezungen ſchwe⸗ diſcher Romane von Karl Eichel, dann Ueberſezungen der Gabriele, von Georg Sand, und der Schlöſſer Frankreichs, von Gozlan.— Unter den neueſten Er⸗ ſcheinungen der engl. Literatur ſcheint ein Buch von Sir Robert Steele,„der Marine- Offizier, Skizzen aus dem Dienſt“, intereſſante Züge zu ent hal— ten. Von Sterne's„sentimental jour ney““ iſt eine neue, glänzend illuſtrirte Ausgabe erſchienen. An einer in Danzig erſchienen Novelle wird die kor— rekte Sprache gelobt. Einen Schrift- ſteller loben, daß er ſchreiben kann, heißt denn doch gar zu billige Anforde— rungen an die ſtellen, welche öffentlich auftreten.
Mignon-Zeitung. —Brüſſel. Ein belgiſches Blatt rühmt die künſtleriſche Ausbildung der
Prinzen aus dem erlauchten Hauſe Co— burg: Der Gemahl der Königin Ma— ria von Portugal iſt ein geſchikter Ku— pferſtecher; Leopold, König von BVel— gien, ein ſehr geübter Violinſpieler; der Prinz Albert, den die Wahl der virgin Queen getroffen, ſoll ein Dich— ter von mehr als gewöhnlichem Ver— dienſte ſein, und ſein Bruder Ernſt, der Erbprinz von Coburg, anſprechende Kompoſitionen liefern.
Potpourri aus Paris. Ma⸗ dame Febore, die Mutter eines einzigen Sohnes, tritt vor einem Pariſer Ge— richte mit der Bitte auf, dieſen als Ver⸗ ſchwender für unfähig zur Verwaltung ſeines Vermögens zu erklären. Unter andern Zügen der tollſten Verſchwen— dung führt der Advokat der Mutter folgenden, wirklich originellen an: Der junge Febvre hatte eines Abends in ei— nem Kaffehauſe eine Zeche zu zahlen, die ſich auf zehn Franken belief; er war ohne Börſe ausgegangen, zieht al ſo, ohne ſich lange zu beſinnen, ſeinen Ober— rok aus, und reicht ihn dem Kellner zum Pfande. Zehn Schritte vom erſten Kaffe hauſe entfernt, lokt ihn ein zwei⸗ tes; er tritt hinein, und verzehrt wie— der zehn Franken. Als an's Zahlen geht, ſagt er dem Wirthe ganz ruhig: „Da unten bei Ihren Kollegen habe ich auch für zehn Franken meinen Rok zum Pfande gelaſſen; ſchiken Sie einen Ihrer Kellner hin und laſſen ihn aus⸗ löſen, und ein neuer ſchöner Oberrok gehört für 20 Franken Ihnen.“ Der Wirth nahm das Anerbieten an, und ſein leichtſinniger Gaſt konnte ungehin— dert abziehen. Dieſer lenkte dann auch ſeine Schritte nach Hauſe, aber ein drit— tes Kaffehaus verſuchte ihn noch ein— mal. Es iſt ſehr ſchön, der Verſuchung zu widerſtehen, aber ihr nachzugeben, angenehm. Zehn Franken ſind bald verzehrt, dann wird die Szene von vorhin noch einmal aufgeführt.„Ich


