Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
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Das Ganze ruht im finſtern Schooß der Erde, Bis es der Menſch an's Licht des Tages bringt; Damit es ihm ein heilend Mittel werde,

Wenn gegen Krankheit ſchon der Körper ringt.

Emanuel Brecher.

Auflöſung der Charade in Nr. 3: Ritter⸗Sporn. Delphinium.)

Theater.

Preßburg. Der 4. Jäner war in den Annalen unſers Theaters ein merk würdiger Tag. Mad. Schodel und mehrere andere Mitglieder der un gariſchen Oper in Peſth gaben zum Be nefiz des Sängers Hrn. Beer, die Oper Norma. Mad. Schodel ärntete un begränzten Beifall. Der Sturm war ſo groß, daß das Theater erdröhnte. Aus einer Loge flog ihr ein Kranz, von den Gallerien zwei verſchiedenartige Gedichte zu u. ſie ward etwa fünfzehn Mal gerufen. Das hier noch nie da geweſene und unerhörte Spektakel be gann erſt nach dem Theater. Als die Künſtlerin zu Hauſe fahren wollte, wur den ihr die Pferde ausgeſpannt u. ſie von unzähligen jungen Leuten im Trium phe in ihre Wohnung, in dem Gaſtho fe,zum Schwan, gezogen. Zahlloſe Fakeln beleuchteten ſeltſam dieſes ſelt ſame Schauſpiel. Die wogende Volks menge, die neugierig ſich hinzudrängte, miſchte endlich ihren Jubel ein. Auch die andern Mitwirkenden: Dem. Felber, die H. H. Udvarhelyi u. Erkel gefielen ſehr. Die hieſigePannonia ſagt:Wir wären übrigens ſehr neugierig, von die ſer Geſellſchaft eine deutſche Muſik, wie z. B. MeyerbeersGibellinen zu hören.

chten. Urtheile.

Begebn

Szegedin. Ich theile Ihnen hier eine buchſtäbliche Abſchrift einiger Stel len einer hier, am 22. Dez. 1839 er⸗ ſchienen Theater- Affiche mit.Heute, Sonntag den 22. Dec. 1839 unter der Direction des Louis Schätzl. Das Blüm chen Vergißmeinnicht, AN DIE EDLEN BEW OHNER SZEGEDINs, oder Alle Minuten etwas Anders. Großes Komi ſches Quodlibet mit Geſang, Tanz, Tableaur und verſchiedenen an⸗ dere Dummheiten für lach und weinluſtige in 2 Abtheilungen, zuſam mengeſezt von Direktor Schätzl. Perſo nen de. dc. Den Beſchluß macht: Na⸗ poleons Grabmahl auf der Inſel St. Helena. Großes Tableaux in carariſchen Marmor mit Griechiſchen Feuer beleuch tet. Edle Gönner des Vaterlandes! Es vereinigt ſich in dem Worte Va terland Volk und Nation, wie die Mutter mit dem Säuglinge an der Bruſt in eines zerſchmilzt. Und wenn noch zwiſchen dem Gefühle und der Den kungsart eine Verſchiedenheit blibe, ſo mußte ſie im Tempel der Muſen ſchwin den, den die Veredlung der Men ſchen ſchreitet mit den Zeitgeiſt fort. Von dieſer Anſicht geleitet, geſtüzt auf die ſeit mehrere Jahren von dem edeln Bewohner dieſer Stadt mir erwieſenen Gunſt u. im Vertrauen auf Ihre Nach ſicht trette ich auch heute in Thaliens