Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
25
 
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Der Spiegel

für Run ſt, Eleganz und Mode.

Dreizehnter Jahrgang.

Halbjähriger Preis 4 fl. mit Poſtverſendung 3 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerlet im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bei allen k.k. Poſtämtern

4. Sonnabend, 11. Jäner. 1840. O Se

Das Bild. (Beſchluß.)

In den vergoldeten Salons, wo der Kaiſer ſich jeden Abend in ſeiner edlen Einfachheit neben dem blendenden Luxus in Stikereien und Dekorationen zeigte, erkundigte Napoleon ſich immer, ſobald die politiſchen Fragen erledigt waren, nach den Reicht hümern oder Kurioſitäten der Denkmäler, die es zu ſe hen oder zu ſtudiren gab, nach den Gemälden, die zu kaufen waren, nach den Ermuthigungen, die man Künſtlern geben könne, und was zu thun ſei, um den durch Kriegsdrangſale verarmten Familien zu Hilfe zu kommen. Da konnte denn der Künſtler wegen des nächſten Tages außer Sorgen ſein, und die be drängte Familie troknete ihre Thränen, ohne zu wiſſen, von welcher Seite die großmüthige Hilfe kam, die ihrer Noth ein Ende machte. Bei einer ſolchen Fa milienunterhaltung, in welcher ſich Napoleon's Herz ſo großartig und nobel zeigte, erwähnte ein junger ungariſcher Offizier, mit welchem der große Mann

gern plauderte, auch des Bertholozzi, und ſagte, daß er ein guter Künſtler ſei, aber brutal und unumgänglich. Sein Atelier blieb ſeit einiger Zeit Jeder mann verſchloſſen, und er lebte in der größten Abgeſchiedenheit; dabei war