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allen Agramern an:„Wie kommt dennoch die— ſer Spaß nach Agram?“
Der Spiegel erlaubt ſich hier die beſchei⸗ dene Bemerkung, daß err dieſe Anekdote in der neuen Faffung zue v ſt mittheilte, daß ſie ihm von einer Dame in Agram eingeſandt wurde, und daß ſie aus dem Spiegel in den Humoriſten und in andere Blätter wanderte. So kam der Spaß in den Spiegel, wie er aber nach Agram kam, möge die geſchäzte Einſenderin be- und verantworten.
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Kalender. Das Kalenderweſen das ſo mächtig auf die Volksbildung einwirkt, kann u. ſoll, hat auch in ungarn in der lezten Zeit große Fortſchritte gemacht, u. nament— lich ſind es die beiden in der v. Landerer'ſchen trefflich eingerichteten Buchdrukerei in Peſth ſeit mehreren Jahren erſcheinenden Kalender, die ihrem Zwet volltommen entſprechen und ſich des allgemeinſten Beifalls erfreuen. Der Eine in ungariſcher Sprache betitelt ſich „Hoi Vezérte, der unſtreitig das reichhal— tigſte und gediegenſte Buch dieſer Art in un— garn iſt. Es iſt aber hier mehr an ſeinem Orte, des Andern in deut ſcher Sprache, betitelt:„der Peſther Stadt- und Land— bote de.“ zu erwähnen. Dieſer Kalender ver— einigt in ſich Nüzliches u. Angenehmes, Be— lehrendes u. Unterhaltendes auf ſolche Weiſe, daß es als ein wahrer Hausſchaz für Stadt und Land anzuſehen iſt. Der Monatskalender iſt für vier Konfeſſionen(Katholiken, Pro— teſtanten, Griechen, Juden) eingerichtet und mit vielen wiſſenswerthen Randbemerkungen verſehen. Das Unterhaltungsfach iſt ſehr an— ziehend; aber von größter, Importanz ſind die Schemas der vorzüglichſten Stellen, Aemter, Magiſtrate, Anſtalten, Handelsſtände u. ſ. w. in ungarn, da man hier über Vieles ge— wünſchte Auskunft erhält. Auch fehlt es nicht an den gewöhnlichen Kalenderartlteln u. Ta— bellen, u. Alles iſt umfaſſend u. leicht faſſend. Geziert iſt das Vuch init der Anſicht der neuen und ſchoöͤnen Peſther Zuterraffinerie Wir empfehlen die ſen Kalender aus beſter Ueberzeugung, und ſollte man auch ſchon mit einem andern Kalender für das J. 1840 ver— ſehen ſein, ſo wird ſich gewiß der„Pe ſther Stadt- und Landbote“ dennoch nicht als überflüſſig zeigen.(Zu hahen in allen Buchhandlungen Peſth's à 40 kr. C. M.)
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Gaſthäuſer. unter den Traiterten verdient die Reſtauration des Johann Eckl „zur Waldſchnepfe“, am Sebaſtianlpla ze, beſondere Erwähnung. Hr. Eckl präſentirt ſich ſeinen Gäſten als gefälliger, artiger Wirth; mit achtſamem Auge forſcht er, ob die Wün— ſche jedes Einzelnen befriedigt werden u. un— ter ſeiner energiſchen Geſchäftsführung bleibt Alles ſtets im raſchen Gange. Gut zuberelte— te Speiſen in bedeutender Auswahl, ein vor— treffliches Lager in- und ausländiſcher Weine, mäßig geſtellte Preiſe, ſo wie zeitweiſe kleine muſikaliſche Unterhaltungen werden bald je— den Beſucher ſeſſelu und es freut uns, bel dieſer Gelegenheit bemerken zu können, daß das Streben des watkern Wirths anerkannt wird, denn ſein Lokale iſt immer der Ver— ſammlungsort einer eben ſo zahlreichen, als anſtändigen honetten Geſellſchaft. 81
Semper idem non Semper idem, Da ſich zufälliger oder abſichtlicher Weiſe in der „Abendzeitung“ Korreſpondenzartitel aus Peſth mit der Chiffre:„Semper idem“ be— zeichnet vorfinden: ſo findet ſich der Unter zeichnete veranlaßt zu erktären, daß er wohl der Semper idem des Spiegels, aber nicht der Semper idem der Abendzeitung ſel, mit welch' lezterem Journale er bis jezt in gar keiner Verbindung geſtanden.
Max Schmidt.
Berichtigung. In Nr. 1. des Spie gels, Seite 4, im Theaterbericht, iſt aus Verſehen Faneſy, ſtatt Väray, gedrukt worden.
Modenbild. Uro. 2.
Paris, 24. Dez. 1. Stadtanzug. Seidenhut. Promenadenkleid mit Pelzwert. Unterrok v. Roßhaar.— 2. Hausanzug. Bonnet von Alengçoner-Spizen. Schlafrot von Foulard.
Wir werden nächſtens die neueſten Pari— ſer Ballanzüge bringen. Vorläufig empfehlen wir die Arbeiten des Herrn Mintſzenty
in Peſth(gr. Brükengaſſe, Nr. 634), der be—
reits mehrere der geſchmakvollſten und graziö— ſeſten Kleider für den gegenwärtigen Karne— val verfertigte.
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 1.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


