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lauf von 4000 Mark Koſten. Als bereits der Anfang zum Baue des Stiftungs hau— ſes gemacht war, verlangte das Stadt— gericht Stempelgebühren. Dadurch ge— rieth der Bau wieder in's Stoken, je— doch entſchied auch in dieſer Beziehung das Kammergericht zu Gunſten der Stif— tung, indem es dieſelbe in die Kathe— gorie der milden, nicht der Familien— Stiftungen zog. Nun erwartet man nur das Frühjahr, um den Bau von Neuem zu beginnen.
Stuttgart. In Stuttgart ha⸗ ben die ſämmtlichen Schreiner ein ge— meinſchaftliches Magazin von Schreiner— waaren errichtet, wo jederzeit eine voll— ſtändige Auswahl aller dahin gehören— den Gegenſtände zu finden iſt. Ein ei— genes Schaugericht ſorgt dafür, daß nur gute Arbeit aufgenommen, und keine zu hohen Preiſe angeſezt werden. Seit der kurzen Zeit des Beſtehens dieſer An— ſtalt beträgt der Abſaz ſchon ungefähr 70,000 fl.
Paris. Durchaus reife Kirſchen wurden in voriger Woche auf einem Landgute unweit Marſeille im Freien gebrochen, wie der Semaphore de Mar— ſeille verſichert. Ueberhaupt habe der Dezember, bemerkt dies Blatt, nie geſehene Wunder der Vegetation ge— bracht.
Lokal-Zeitung.
Liszt, der heute in dem Konzerte des Hen. Taborsky mitwirkt, reiſt, dem Verneh— men nach, künftigen Freitag von hier ab, und ſoll ſchon Samſtag in Raab ein Konzert geben. Vor ſeiner Abreiſe am Donnerſtage wird ihm ein großes Souper von den Damen aus den höhern Ständen Peſths und Ofens veranſtaltet.
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Die neue ungariſche National⸗ Spar aſſa iſt ſeit dem 4. d. M. im Komitatshauſe zu Peſth eröffnet, und es kön— nen bereits Einlagen gemacht werden.
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Der Bau der großen Dampf⸗ Mahlmühle in peſth wird zuverläſſig im künftigen Frühjahre beginnen. Bereits iſt der Bautontrakt mit Hrn. Architekten Hild abge— ſchloſſen. Der Ort iſt in der Gegend der neuen Valero'ſchen Fabrit, oberhalb des Neu— gebäudes.
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Theatraliſche ss. Der in ganz Deutſch— land rüͤhmlich bekannte Schauſpieler Jevr— mann wird dieſer Tage in Peſth erwartet, um einen Cyklus von Gaſtrollen zu geben.
— Der berühmte Baoſſiſt Reichel, un— ſer Landsmann, iſt hier angekommen. Er ſoll nächſten Freitag als Bertram in„Robert der Teufel“ zuerſt auftreten.
Benefiz.(Ofen.) Künftigen Sonna— bend, den 11. d. M., kommt zum Vortheile der Schauſpielerin Franziska Steinſels, das einſt ſo beliebte und gern geſehene tomiſche Singſpiel:„Das Reu-Sonntags⸗— tind“, welches durch eine lange Reihe von Jahren nicht gegeben ward, zur Aufführung, wovon ein heiterer Abend zu verſprechen iſt.
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Die muſikaliſche Nachmittags— Konverſation im Peſther Redoutenſaale zog abermals ein großes Publikum an. Das Orcheſter unter Morellys Leitung befriedigte im höchſten Grade. Den meiſten Beifall er— hielten Lanners„Marien-Walzer.“
Sl ende Mis zelle gde Kine Ni die in den Zeleer⸗ läutert.
Unter dieſer Aufſchrift enthält Saphirs. geiſtreicher„Humoriſt“ folgendes:„Lieber Leſer! Du weißt, wenn ich beginne:„lieber Leſer““, ſo wäre ich ſelbſt lieber Leſer, als Schreiber! Alſo aus Agram iſt uns(2) eine Anekdote zugetommen, wie Jemand einem Mann mit Namen Tod(Toth) eine Stange in ſein Krautfeld ſezte, mit den Worten: „Für den Tod iſt kein Kraut gewachſen.“ Dieſe Anekdote hat der„Komet“ mitgenom— men; in dieſem„Komet“ hat ſie Herr Karl Hälden geleſen, und ſcheeibt nun eine„erläu— ternde Miszelle“, daß er ſich gedrungen fühlt(11) zu erklären, dieſer Spaß ſei von ihm! Dieſer„Kraut-Spaß“ iſt zehn Jahre alt, und Herr Karl Hälden fragt bei ganz Deutſchland an:„Wie kömmt dennoch dieſer Spaß nach Agram?“ Der„Humoriſt“, der dieſes Kraut aufgewärmt hat, fragt nun bei


