Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
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tory of useful knowledge of the year 1840 zu Voſton bei D. G. Williams (334 S. 8.) erſchienen, der intereſſante Beiträge zu der Statiſtik der Verei nigten Staaten enthält. Im J. 1833 zählte das American Cuarterly Register 496 Namen amerikaniſcher Schriftſteller. Der vorliegende Almanach nennt deren 776, und bei jedem Schriftſteller das Geburts- und Todesjahr, oder das Le bensalter, den gewöhnlichen Aufenthalts ort und das Hauptfach ſeiner Schriften. Der Herausgeber bemerkt, daß ſeine Liſte, aus welcher die noch lebenden Schriftſteller u. die Verfaſſer von klei nen Flugſchriften ausgeſchloſſen ſind, nicht vollſtändig ſei; auch enthält ſie mehrere Namen geborner Engländer, die nach ihrer Niedeclaſſung in den Ver einigten Staaten als Schriftſteller auf getreten ſind, ſo wie einige, die, von Geburt Amerikaner, ſich in Europa als Schriftſteller ausgezeichnet haben, z. B. den Grafen Rumford, Lindley, Mur ray. Religion, Erziehung und ſtaats wiſſenſchaftliche Gegenſtände ſind dieje nigen Fächer, welche die meiſten ameri kaniſchen Schriftſteller bearbeitet baben. In der polit. Beredſamkeit zählt die amerik. Literatur viele und ausgezeich nete Namen; aber nationale Dichter ſollen bemerkt der Herausgeber bis auf ſehr wenige Ausnahmen, noch geboren werden. Der erſte Amerikaner, welcher als Novellenſchreiber(1798 bis 1801 und 1804) ſich aus zeichnete, war Ch. Brockden Brown in Philadelphia (gebor. 1771, geſtorb. 1810). Schrift ſteller von Profeſſion gibt es in den Vereinigten Staaten nicht; es fehlt an reichen Bibliotheken und an akademi ſcher Ruhe. Die berühmteſten Schrift ſteller hat arbeitvolle Aemter, oder ei nen vielfachen Geſchäftsberuf; ſo war Dr. Franklin, Nordamerika's größter Philoſoph, Buchdruker, und Dr. Vow ditſch(geb. 1773, geſt. 1833) Nordame

rika's größter Mathematiker und Aſtro nom, der ſich ſelbſt gebildet hatte, fort während mit Schifffahrt, Handel und Finanzarbeiten beſchäftigt. Anfangs wurden die meiſten amerikaniſchen cher in England gedrukt. Die erſte ame rikaniſche Preſſe befaß Cambridge in Maſſachuſetts, 1638. Im Jahre 1700 gab es in den brittiſch-amerikaniſchen Kolonien nur 4 Preſſen; im Jahr 1800 ungefähr 1290 Preſſen; ſeit dem iſt die Zahl beträchtlich gewachſen. Im J. 1775

gab es in den Vereinigten Staaten 37 Zeitungen; im J. 1801, 203; i. Jahr 1810, 359, i. J. 1834 faſt 1300; und gegenwärtig an 1400. Die Zahl der in den Verein. Staaten zirkulirenden Zeitungsblätter betrug im Jahr 1801 zwiſchen 12 u. 13 Millionen; im Jahr 1810, 22,222,200; gegenwärtig ſchäzt man ſie auf 100 Millionen.

Mignon Zeitung.

Berlin. Sehr intereſſant ſind die Schikſale, welche das neben dem neuen Nikolaus⸗Bürger-Hoſpital in Berlin zu errichtende Stiftungshaus für arme We ber hat. Der Stifter desſelben, der alte reiche Kaufmann Weidinger, floh, wie bekannt, vor der Cholera aus Ber lin nach Hamburg, und wenige Tage nach ſeiner Ankunft ſtarb er daſelbſt als der einzige Menſch, der zu jener Zeit in Hamburg von dieſer ſchreklichen Krank heit ergriffen wurde. Die Exekutoren des Teſtaments ſendeten dem Hamburger Arzte für die 24ſtündige Pflege 60 Stük Dukaten, dieſer aber wies ſie zurük, und ſchikte dafür eine Liquidation von 1400 Mark Banko ein. Der Apotheker forderte 880 Mark, und obgleich der Körper nach Berlin geſchafft wurde, ſezte man 2000 Mark für die Begräbnißkoſten an. Daraus entſtand ein Prozeß. Das Hamburger Gericht entſchied zu Gunſten des Doktors und Apothekers, das Kam mergericht aber wies die Vollſtrekung zu

rük. Das Ende vom Liede iſt der Auf