15
gerten den Beifall des Publikums an ihren Vorträgen aufs Höchſte. Das Haus, die Joſephſtädterbühne, war ge— drängt voll, einige Wochen voraus ſchon kein Sperrſiz zu bekommen u. die Ein- nahme eine der reichlichſten, die je ein ähnliches Unternehmen trug. Senn.
Niteratur.
Literariſches Portefeuille. Literariſch erwähnenswerth iſt die bei En— gelmann in Leipzig erſchienen Pandora, ein Conglomerat von Poeſieen, Novellen, literariſchen Kritiken und ſonſtigen kur— zen Aufſäzen. Zwei hannoverſche Auto— ren ſind die Verfaſſer, davon der eine Andr. Voigts, welcher als Movellenſchrei— ber nicht ganz unbekannt iſt. Der theil— weiſe polemiſche Inhalt der Pandora hat ihn vermuthlich beſtimmt, ſich zu ver— kappen; das iſt freilich überflüſſige Mühe, da die Mehrzahl ſeiner hier gegebe— nen Produktionen ſchon unter ſeinem Na— men an andern Orten erſchienen iſt. In— deſſen thut der Name nichts zur Sa— che. Was Voigts zur Pandora geliefert hat, iſt zum Theil recht ſchön, das„Le⸗ rikon“ aber, eine alphabetiſch-geordne— te Reihe humoriſtiſcher Artikel, ſchwach, zum Wenigſten ſehr ungleichen Werthes. Die Mittheilungen des zweiten Autors, Emile d' Eſtrées, übertreffen das Ge— wöhnliche nicht. Die Kritik hat bis jezt ziemlich günſtig über das ſonderbare Buch geurtheilt, ſie hat aber zu wenig er⸗ gründet, was dasſelbe eigentlich will, und was es in dieſer Form nüzt. Hier iſt der Ort nicht, das zu unterſuchen. Es iſt Gutzkow's Sache, darüber zu ent— ſcheiden, und wir ſind hier auf ſein Ur— theil begierig.— Unter den neueren Er— ſcheinungen der Literatur in London macht ein Roman von M. Hr. Ain s— worth: Jack Shepard, viel Aufſehen; es iſt davon der Anfang einer deutſchen
Ueberſezung erſchienen; ſobald ſie ganz vollendet iſt, wird der Roman in unſe— rem Blatte beſprochen werden. Außer— dem ſind im Laufe der lezten Woche be—⸗ achtenswerthe Neuigkeiten: die Memo— iren der Herzogin von St. Albans, Heinrich von Guiſe oder die Stände von Blois, von James, mein Onkel, der Graf, von Mißtriß Gore, Memoiren von Sir Sidney Schmith, erſchienen. — Aus Koppenhagen wird gemeldet:
Oehlenſchläger, der vor Kurzem ſeinen
ſechszigſten Geburtstag feierte, hat in dieſen Tagen ſeine Ueberſezung von Lud— wig Tie'cks Gedichte herausgegeben.
Mignon⸗-Zeitung.
Koppenhagen. Wohl nicht leicht möchte im Teſtamente einer Privatper⸗ ſon über ſo viele Summen zu öffent— lichen Zweken disponirt worden ſein, wie in dem der verſtorbenen Etatsrähin Koeford zu Koppenhagen. Man erſieht aus der Kollegial-Zeitung, daß Born— holm 52,000 Kthlr. zufallen(40,000 zur Unterſtüzung für dürftige Seemanns⸗ Wittwen und Kinder, 12,000 zu gemei— nüzigen Veranſtaltungen, beſonders zur Aufgrabung von Steinkohlen und An— pflanzung von Bäumen). Aaſtrup und Hölbeks Ladegaardt-Güter 7500 Rthlr. zur Unterſtüzung für Schullehrer-Wit— wen. Koppenhagen 120,000 Nhl.(50,000 zur Unterſtüzung von Bürger- und Be⸗ amten⸗Wittwen in der Stadt, 50,000 Rthlr. zur Unterſtüzung von unverhei— ratheten Frauenzimmern, deren ökono— miſche Stellung ihrer Erziehung nicht entſpricht; 20,000 Rthlr. zur Bezah⸗ lung des Schulgeldes für unvermögen— de Mädchen.) An verſchiedene Geſell— ſchaften und Inſtitute wurden 64,000 Rthlr. geſchenkt de.
Hannover. Seit einigen Tagen hat ſich hier ein Mäßigkeits⸗Verein kon⸗ ſtituirt; ein Schenkwirth kündigt nun
1


