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Orcheſters auf die großartigſte Weiſe vorgetragen, dann die non plus ultra Puritaner-Variationen und zulezt, auf ſtürmiſches Verlangen, ein Impromptu mit Nationalklängen. Die beiden Zwi⸗ ſchenchöre„Meeresſtille““ von Beet ho⸗ ven und„der Sturm“ von Heydn wur— den beifällig aufgenommen. i.
. gibt Liszt ein Konzert im ungar. Theater, zum Vortheil dieſes Theaters.
Dem Vernehmen nach wird Liszt lünftige Woche ſich auch in Ofen hö— ren laſſen.
Die Einnahmen der drei erſten Kon⸗ zerte Liszt's in Peſth belaufen ſich zuſam⸗ men auf circa 37-3800 fl. CE. M. Das lezte für den Muſſkverein hat gegen 1050 fl. C. M. rein getragen.
Korreſpondenz. Wiener Tabletten. Noch im⸗ mer ſchwingt die muſikaliſche Muſe er— barmungslos ihren gewaltigen Szepter, unaufhaltſam drängen und fluthen die Tonwellen u. drohen uns zu erſtiken; faßt möchte man, Döbler parodirend, ausrufen:„Hier ein Muſikſtük u. dort ein Muſikſtük, und noch ein Muſikſtük, und wieder ein Muſikſtük.... denn Alles was ſpielen, ſingen und blaſen kann, verſammelt ſich nach und nach in unſern Mauern. Liszt hat bereits ſei— ne Ausflüge begonnen, Beriot iſt in der Abreiſe begriffen, Mad. Pleyel florirt gerade, Miß Laidlow gab ihr erſtes Konzert, der Klarinettiſt Herr Kotte, aus Dresden, gefällt ſehr und doch iſt die Schwalbenwanderung der fremden Virtuoſen noch nicht beendet, der ein— heimiſchen Konzertgeber und Dilettan— ten, deren Zahl gleich dem Sand am Meere ſind, nicht zu erwähnen. Die Konzert's spirituel's nahmen heuer meh— rere Wochen früher ihren Anfang und erfreuen ſich fortgehend jener Veſucht— heit, deren ihre herrlichen Produktionen würdig ſind. Bis jezt wurden zwei ver— anſtaltet, die ſehr intereſſante Nummern boten. Das C-moll Konzert von Vee— thoven, von Liszt geſpielt u. die C-dur
Simfonie effektuirten einen bis jezt in Wien noch unerlebten Enthuſiasmus. Mad. Pleyel's Konzerte werden mit außerordentlicher Vorliebe beſucht, da ſie den erſten Rang unter den gegenwär— tigen Pianiſtinen einnimmt. Ihre For⸗ cen ſind Geläufigkeit des Spieles, ge⸗ fühlvoller Vortrag u. eine tiefe Kennt⸗ niß des Inſtrumentes. Nach Liszt's Aus⸗ ſpruche iſt ſie ſein weibliches Ich. Im Kärntherthortheater trat unlängſt eine Delle. Micolini, Gaſt aus Straß⸗ burg, als Romeo auf und machte be⸗ deutendes Fiasko. Mochte es Befangen— heit ſein, oder wirklich Mangel der Mit— tel zu reuſſiren— das Gaſtſpiel ging ſehr ſpurlos vorüber und nur der Haſſelt ſieggewohnte Stimme konnte die Theil— nahme und den Beifall des Publikums beſchäftigen.— Eine neue Poſſe von Haf— ner, deſſen Produkte mit einer Neigung zum Durchfalle, ſchon in ihrer Erzeu— gung behaftet zu ſein ſcheinen, theilte das Schikſal ihrer vorausgegangenen Schweſtern. Sie war:„Barnabas, der unglükliche Mädchenhüter“ betitelt und dies iſt das Einzige, was ich von der großen Novität berichten kann, denn alles Uebrige iſt ſo unklar u. flach ſty⸗ liſirt, daß man ſelbſt mit Gaslichtern aus der Nacht der Gehaltloſigkeit und des Unzuſammenhanges keinen guten Ge— danken herausfinden könnte.— Saphirs muſikal.-deklamatoriſche Akademie mach— te, wie gewöhnlich, bedeutenden Eklat. Eine humoriſtiſche Vorleſung, von ih— rem Verfaſſer ſelbſt gehalten, war reich an wizigen Vergleichungen und Gegen— ſäzen.„Der ſtille Gang“, ein Ge— dicht, von Löwe geſprochen, war die Kro— ne des deklamatoriſchen Theiles. Delle. Müller ſprach ein Luſtſpiel, welches durch ihren geiſtvollen und belebten Vortrag noch beſondern Werth erhielt. Nebſt den wirkten noch die Dellen. Neumann, Wil⸗ dauer, Reichel und die Herren Liszt und Beriot vorzugsweiſe mit und ſtei—


