Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
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an, daß er zur Unterſtüzung des Ver⸗ eins ſeineSpirituoſa für die Hälfte des bisherigen Preiſes verkauft! Kapi tän Marryat iſt Schuld, daß die Mäßig⸗ keits-Vereine in Verruf gekommen ſind.

Dresden. Der Konzertmeiſter Li⸗ pinsky in Dresden beabſichtigt, ſeine Amati Viola zu verkaufen; es iſt eines der vorzüglichſten Inſtrumente. Der in der Viola befindliche Originalzettel lau tet: Antonius et Hieronymus F. F. Amati Cremonen. Andreae fil. F. 1627.

Lokal-Zeitung.

Kirchen muſik. Am Neuenjahrstage fand in der Stadtpfarrkirche zupeſth die Ausführung der großen Cherubiniſchen C-Meſſe Statt. Der rühmlich bekannte Muſiker Hr. Bräu er leitete als Chordirigent die Produktion, der nichts an Einklang u. Präzlſiondgebrach. Das zahlreiche Auditorium ward von dem Mei ſterwerke tief ergriffen und zu religiöſer Be geiſterung hingeriſſen. Der ſo gefeierte Heros in der muſikaliſchen Welt, Lizt war unter den Zuhörern.

Literaſriſches. Die ungariſche Li teratur wird nächſtens mit einem vorzüglichen Erziehungswertk, zum Gebrauch für die weib liche Jugend, bereichert werden. Ihre Excel lenz die Frau Gräfin von Thurn-Bänffy, Oberſthofmeiſterin ihrer k. k. Hoheit der durch lauchtigſten Frau Erzherzogin Marla Do rothea, läßt nämlich dieEneyklopädie für die weibliche Jugend v. Antonia Wutka in 12 Bänden durch die bekannten Literaten Nagy Ignacz und Vajda Péter in das un gariſche überſezen. Dieſes Unternehmen hilft einem längſt gefühlten Bedürfniß ab, und wird Ihrer Excellenz, der großherzigen Frau Mecänin, den Dank der Nation erwerben. Die Ueberſezung iſt bereits ſo weit gediehen, daß der Druk des Werkes nächſtens zu ge wärtigen iſt.

Nr General⸗Muſitprobe für den Karneval 1840. und es heißt:im Schwel ße des Angeſichtes ſollſt du dein Brot verdie nen. Wahrlich ich ſchreibe dieſe Paar refe render Zeilen gebadet im Schweiße. War das

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ein Drängen und ein Wogen! Tanſende von Zuhörern der gigantiſche Redoutenſaal faß te ihre Menge nicht hatten ſich eingefun⸗ den, um bel Morelly's elektriſirendem Bogen ſtriche vorläufig im Geiſte zu tanzen das gibt eine gute Prognoſe für den acht wochenlan gen Faſching. Sämmtliche Walzerpiecen wur den präcis exetutſet u. mit rauſchendem Bei⸗ falle aufgenommen. Bravo Morelly! So lau tet die Peſther Karnevalsparole im J. 1840.

8. 1.

Peſther Redoute. Morgen Sonntag, den 5. Januar wird in den Peſther Redouten ſälen, als Introduktion zum Karneval 1840, ein große muſikaliſche Rachmüttags- Koln ver ſation abgehalten werden, wo bei Hr. Kapellmelſter Morelly eine beſon dere Wahl der neueſten Walzer treffen und die beliebteſten Konverſationstänze vortragen wird. Bei dieſer Gelegenheit wied ein gro ßes, eben ſo prachtvolles als intereſſantes hi ſtoriſches Gemälde- von einem berühmten Mei ſter, zur Anſicht aufgeſtellt ſein. Anfang Nach- mittag 3 uhr. Wir machen das Publikum auf dieſen Doppelgenuß aufmerkſam u. ver ſprechen ein Paar ſehr angenehme Stunden,

Die Redouten in den Ofner Landhausſälen dürften heuer intereſſan- ter denn je werden, da Hr. Nötzl alle An ſtalten traf um alle Anforderungen des Pu⸗ blikums vollkommen zu befriedigen. Die Säle werden neu und geſchmakvoll dekorirt, u. die Beleuchtung glänzend ſein. Das Orcheſter di rigirt Herr Nittinger, der bereits, als Muſikdirektor des Theaters, rühmliche Aner kennung gefunden. Die Traiterie übernimmt Hr. Luther, Gaſtwirthzur Fortuna, im be⸗ ſten Rufe ſtehend. Herr Zukerbäker Rupp in Peſth, deſſen Thätigkeit und Solidität betannt iſt, beſorgt die Kredenz, und Hr. Kreineker, ſeit ſo vielen Jahren beliebt als Masken ſchneider und Gardrobier, bleibt wie ſonſt in ſeinem Geſchäfte. Montag, den 6. Jäner, findet die Generalmuſikprobe, als Beneſiz des Hr. Nittinger, Statt.

Liszt's Portralt, im ungar. Ko- ſtüme, ſchön geſtochen von Perlasca, iſt ſo eben in Wagners Kunſthandlung(Servi. tenplaz, Graf Teleky-Haus) erſchienen und à 30 kr. C. M. zu haben.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.