1
des Gutes trennte, lag eine Art Hütte, in welcher Herr K. ſein Hauptquartier aufſchlug und ein Loch, das er in der Mauer anbrachte, erlaubte ihm zu ſehen, daß täglich um 11 Uhr früh das Fenſter des Schlafgemachs ſeiner Gemahlin ſich oͤffnete und ſie mit einem ſchönen jungen Mann, dem Sohne eines Gutbeſtzers in der Umgegend, friſche Luft ſchöpfte. Indem Herr k. ſich des furchtbaren Vor— rechts, das das Geſez dem beleldigten Gatten bewilligt, nicht bedienen wollte, brachte er die künftige Nacht damit zu, ein zweites Loch in die Mauer zu boh⸗ ren und ſchiete dann ſeinen, mit Inſtruktionen verſehenen Diener nach Paris. Der Kammerdiener kam um 11 Uhr Morgens zurük und ſeufzte unter der Laſt einer ziemlich voluminöſen Kiſte, die er in der Hütte des Parkes ablegte. Sie ent⸗ hielt ein Daguerrotyppe. Herr X, ſtellte ſorgfältig den Spiegel der Camera abscura vor die zweite Oeffnung und als das Fenſter ſich wieder öffnete und er ſeine Frau und den jungen Mann in einer langen Umarmung begriffen ſah, legte er auf die Kiſte die mit Jod präparirte Platte und nahm dann ſchnell den Spiegel weg, als die Liebenden ihre Stellung veränderten. Obwohl kaum zwei Minuten die Platte auf der Camera obscura ruhte, waren die Strahlen der Sonne ſo ſchön und intenſiv, daß die dem Herrn X. wiederfahrene Schmach vollkommen deutlich wav.... Ein Geſuch beim Stadtgericht in Verſailles um vollkommene Scheidung wurde des halb von Zerrn X, eingegeben und durch das Bild gerechtfertigt.“.
„Eine dumme Geſchichte das,“ ſagte Mad. Daniel, indem ſie das Journal unmuthig wegwarf. g
„Nicht ſo ganz,“ meinte Danjel, indem er den Salon verließ.
(Beſchluß folgt.)
Anſichten. Urtheile. Vegebniſſe.
pferkraft, eines das Gewöhnliche weit Theater. überflügelnden Geiſtes; hier wird nicht blos das Ohr des Muſikkenners, ſon⸗ dern auch das Herz des Muſikfreundes befriedigt. Eine herrliche Leiſtung war der Fidelio der Mad. Schodel; tief durch— dacht im Spiele und Geſange, mit un— gewöhnlicher Aufregung, mit wahrer, inniger Empfindung gegeben. Die gro— ße Arie im erſten Akte bewies die tüch— tige Bravourſängerin, im zweiten Akte zeigte ſich die beliebte Benefiziantin als dramatiſche Geſangskünſtlerin.— Mit Lob verdient auch Hr. Fäneſy(Rocco) erwähnt zu werden, deſſen kräftige Stimme mit einer guten Schule im Einklange ſteht. Hr. Joob(Floreſtan) ſang ſeine Kerkerarie mit viel Gefühl. Trefflich und präzis gingen die Chöre
Peſt h.(Fidelio im ungar. Theater.) Am 28. v. M. fand im Nationaltheater eine wahrhaft brillante Aufführung v. Beethovens:„Fidelio“, zum Vort heile der Mad. Schodel ſtatt. Die himmliſche, geniale Muſik, in wel— cher ſich deutſcher Geiſt mit Glut und Gefühl des Südens ſo harmoniſch ver— eint, daß die überall ſiegreich durch— dringende Tonblume: Melodie, nicht dem kontrapunktiſtiſchen Pa ſſagengewim⸗ mel erliegt, ward mit ungeheurem En— thuſiasmus aufgenommen, wozu wohl ſämmtliche Mitwirkende redlich ihr Schärflein beitrugen. Nicht der Name Beethoven iſt es hier, der blendet, ſon— dern der Ausbruch einer koloſſalen Schö—


