und Enſembles zuſammen; der Chor der Gefangenen mußte unter ſtürmiſchem Applauſe wiederholt werden. Eben ſo waker hielt ſich das Orcheſter u. dieſes tüchtige Einſtudiren eines zwar dankba— ren, aber äußerſt ſchwierigen Meiſter— ſtükes verdient die rühmlichſte Anerken— nung. Die Aufnahme war— wie be— reits geſagt— enthuſiaſtiſch; den größ— ten Theil der Beifallsſpenden erntete die Benefiziantin, die wiederholt geru— fen wurde. Troz der ungünſtigen Witte— rung war das Haus ſehr voll.— Liszt, der dieſer Vorſtellung beiwohnte, ward bei ſeinem Erſcheinen in der Loge mit einem lauten Elyen! empfangen. e Semper idem. Ofen. Mit außerordentlichem Bei— falle ward hier das komiſche Singſpiel: „Fröhlich, der luſtige Choriſt“ von Schneider aufgenommen; das ganze Ge— mälde durchweht ein ſolcher Geiſt der Heiterkeit und gemüthlichen Frohſinns, daß die Zuſeher in der beſten Stim- mung erhalten wurden. Dem. Revie glänzte auch an dieſem Abende mit ih- rem herrlichen Talente; die Arie aus der Gazza ladra ſang ſie mit wahrer Virtuoſität. Den meiſten Applaus fand ein Duett zwiſchen ihr u. Hrn. Seydl im 2. Akte, das eben ſo ſchwierig als dankbar von beiden Theilen unübertreff— lich exekutirt wurde. Ueberhaupt fand Gläſer's Muſik, die hier unter Görgl's energiſcher Leitung mit beſonderer Prä— ziſion zuſammen ging, einſtimmigen Bei— fall. Noch ſind Delle. Leighi d. j., Delle. Klein und die H. H. Kurt und Ranftl mit Lobe zu erwähnen.
Muſik.
Peſth.(Liszt's zweites Kon⸗ zert.) Alles iſt begränzt auf dieſer weiten Erde. Die weite Erde ſelbſt iſt begränzt u. ſomuß auch das Gebiet der Kunſt ſeine Gränzen haben u. außer halb
5
dieſer Gränzen liegt das großartige ge— niale Spiel Liszt's. Dieſes Spiel iſt nicht mehr Kunſt, ihm iſt es zur Natur ge— worden; es iſt mit ihm geboren, mit ihm groß gezogen, ſteht unvergleichlich da, läßt ſich nicht bezeichnen, denn Liszt iſt der Schöpfer einer neuen Schule ge— worden, er hat dem Piano neues Leben eingehaucht und das kalte Saiteninſtru— ment zittert unter den bezauberten Händen ſeines Meiſters. Liszt ſpielt, wie nur Liszt ſpielen kann, gleich wie es den Danaiden nie'gelang, das durchlö— cherte Sieb mit Waſſer zu füllen, ſo werden auch alle Lobesſpenden, Jour— nalfloskeln und Begeiſterungsphraſen nie das Maß des Lobes füllen, das der höchſten Potenz künſtleriſcher Genialität gebührt. Der ent huſiasmus war beim zweiten Konzerte, wo möglich, noch grö— ßer, noch mehr geſteigert— er ſpielte eine herrliche Fantaſie über Motive aus „Lucia“; charakteriſtiſche Nationalme— lodien, Schuberts elegiſch ſchauerlichen „Erlkönig“ u. am Schluſſe das pompös koloſſale Hexameron, nämlich Variatio— nen über das:„Suoni la tromba““ aus den„Puritanern“ u. als er dann noch unter lautem Veifallsjubel ein Impromp— tu über den Rakotzi-Marſch anſtimmte, wiederhallte der Saal von tauſendſtim— migem„Elyen!“— Mad. Schodel ſang Beethovens ſchwärmeriſche Adelaide und Schuberts Gretchen' mit künſtleriſcher Vollendung— beide Lieder begleitete Liszt auf dem Klaviere. Die Zahl der Her vorrufungen konnte ich eben ſo we—
nig zählen, als die Zahl der ent huſias⸗ mirten Zuhörer, die den Saal in allen ſeinen Räumen füllten. Zu bemerken iſt, daß Liszt zum erſten Male auf ſei— nem eigenen(Graff'ſchen) Inſtrumente fpielte. Semper idem.
Literatur.
Literariſches Portefeuille. Am 13. b. M. feierten zu Dresden die


