Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
827
 
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wird dem Pariſer Abgott, Hrn. Mu- ſard, nicht im Geringſten gefährlich. Die Konzerte des Leztern bieten täg lich für alle Klaſſen, für jedes Alter, für jede Fortune eine angenehme Ge ſellſchaft, eine köſtliche Harmonie, und alle jene Reize, die die Menge anzie hen, ſie feſſeln und ihr den Wunſch des Wiederkommens einflößen. In ei ner Gemeinde bei St. Mihiel in Frank reich hat ein junger Mann wegen ei⸗ ner polizeilichen Geldſtrafe von 16 Fr. eine Bittſchrift an den König erlaſſen, die, obgleich ſehr unorthographiſch u. auf ſchlechtes Papier geſchrieben, den noch ihre Veſtimmung erreichte. Der Supplikant ſtellte vor, daß er nur 155 Frank zum Leben habe, und der Sohn eines alten Sergeanten ſei, der 22 Jahr lang dem Kaiſer diente. Am Schluß ſagt er:Erinnern Sie ſich, Sire, als Sie auf dem St. Gotthard waren, würde es Ihnen Freude gemacht haben, wenn die Kapuziner Ihnen die Thüre des Hoſpiziums geöffnet hät⸗ ten? eben ſo viele Freude werden Sie mir machen, wenn Sie mich losſpre chen. Die Adreſſe lautet:Direkt an Ludwig Philipp, König der Fran zoſen, in Paris. Der König hat die Vittſchrift an die betreffenden Behörden geſandt, und die 16 Fr. werden dem armen Teufel wohl erlaſſen werden.

Lätt ich. Hier hat ſich eine Ge⸗ ſellſchaft zur Abſchaffung der Duelle gebildet. Plüt à Dieu!

Lokal⸗Zeitung.

Vom Muſlik⸗Verein. Die erſte diesjährige Produktion des Peſther u. Ofner Muſik⸗Vereins fand am 25. Dez., im großen Redoutenſaale ſtatt. Der Zudrang von Sei te des muſikliebenden Publikums war, un⸗ geachtet der ſehr ungünſtigen Witterung, un⸗ gemein groß, ſo daß der enorme Saal kaum die Menge faſſen konnte. Die großartige

klaſſiſche Mufik,der Sturm Thor von

ſchlägt laut auf.

Haydn u. Beethovens Oratorium:Ehriſtus am Oelberge wurde würdig exekutirt. Die Inſtrumente, die Chöre und die Soloparthien waren von ihren großen Aufgaben durchdrun⸗ gen, und Präziſion und Begeiſterung gingen Hand in Hand: Die gebildete Verſammlung nahm Alles mit Enthuſtasmus auf und dieſe erſte Produktion eröffnet uns die günſtigſten Auſpizien für die folgenden.

Konzert. Am 22. d. M. gab Herr Weymelka, abſolvirter Zögling des Pra- ger Konſervatoriums und Kapellmelſter des löbl. k. k. Infanterie⸗Regiments Baron Vac⸗ quant, ein Konzert im Redoutenſaale. Der Konzertgeber bewieß ſich als braver Violon celliſt, der Fertigkeit und Seele in ſeinem Spiele vereint. Er trug ſeine Piecen unter vielem Beifalle vor. Außerdem wirkten mit: Mad. Schodel, Hr. Ellinger(Violinſpleler), die Hrn. Stoll und Kaler und eine Dilettan tin auf dem Piano, die ſich Alle durch gute Leiſtungen Applaus erwarben.

Fiſcher's Kunſtkonditorei. Dieſes herrliche Etabliſſement iſt nun auch in ſeinem Innern hergeſtellt, und bietet den überraſchendſten Anblik dar. Solch eine Fülle von Luxus, Geſchmak u. Eleganz ſindet man in dieſer Art ſchwerlich anderswo vereint, ſelbſt die Reſidenz dürfte nichts Aehnliches aufzuweiſen haben und Jedermann, der in dieſen Laden tritt, wird uns dies wohl auf's Wort glauben, denn der Geſammt-⸗Effekt ſo⸗ wohl als die kleinſten Einzelnheiten gewäh ren eine herrliche Augenweide. Wir enthal ten uns jeder nähern Beſchreibung, da die Gelegenheit, dieſe Lokalität zu beſichtigen, ſo nahe; ſteht. Nur machen wir unſere Leſer darauf aufmerkſam, daß hier eine Auswahl der niedlichſten und geſchmakvollſten kleinen Gegenſtände, die größtentheils von der ſinn reichſten Invention ſind, ausgeſtellt find und die ſich beſtens zu Neujahrsgeſchenken etanen. Der galanteſte Neujahrs⸗Gratulant findet hier zu dem billigſten Preiſe die willkommen⸗ ſten Gaben.

Redouten- Angelegenheiten. Der Karneval iſt vor der Thüre und jedes Herz, das für harmloſe Heiterkeit und ge müthlichen Frohſinn noch empfänglich iſt, Die Säle und Salons öff⸗