Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
828
 
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nen ihre Pforten und laden dur Luſt und mönnliche Sängerperſonal des deutſchen Tbea⸗

Freude ein. Der große Redoutenſaal, eine der erſten Zierden unſerer ſchönen Stadt Peſth, wird wieder durch Manigfaltigkeit und Fülle das Höchſte und Anziehendſte der Karnevals freuden bieten. Hier wird ſich das phantaſtk ſche Gebilde der Maskenwelt erſchließen und Geiſt, Herz und Gemüth werden nächſt der Sinnlichkeit, die der Tanz und die rau ſchende Muſik bei brillant erleuchteten und teich geſchmükten Marmorhallen befriedigt, die geeignete Nahrung finden. Herr Emmerling hat alle Anſtalten getroffen, um die heurigen mastirten Redouten nach Kräf ten auszuſtatten, ſo daß ſie wieder als die Seele aller Faſchings-unterhaltungen glänzen werden. Sie werden alle Sonntage vor ſich gehen. Vorher aber, nämlich am 1. Ja nuar, um halb 4 Uhr Nachmittag, findet, zur Beneſize des Herrn Orcheſter Direktors Zöhls, die General⸗Mufikprobe ſtatt, wobei die neueſten und beliebteſten Tanzmuſik-Kom⸗ poſitionen vorgetragen werden, und diejeni gen, die ſich des meiſtens Belfalls erfreuen, ſollen vorzugsweiſe auf den Redouten exeku tirt werden. Publitum komme alſo und ent⸗ ſcheide. 6

Todesanzeige. Aim 23. d. M. ſtarb zu Peſth nach einer Waumiellern Krankheit Hr. Fedor Gräm m, ehemaliger Direktor des hiefigen Theaters, im 34. Jahre ſeines Alters. Als Schauſpieler(meiſt im intri ganten Fache) ſehr verdient, entwikelte er vorzüglich als Direktor eine große u. erfolg reiche Thätigkeit, und ſein vorzüglichſtet Ver dienſt in Peſth beſtand darin: daß er im Pu⸗ blitum die Liebe zum Theater zu erweken und zu erhalten wußte. Das Publikum ſcheint dies nicht vergeſſen zu haben, da ſeln Lei chenbegängniß, am 25. d. M., troz der ſehr üblen Witterung, von einer großen Menge Perſonen aller Stände begleitet wurde. Auch von Seiten der Geſellſchaften der reſp. deut ſchen u. ungariſchen Theater in Peſth wurden dem Verblichenen die lezten Ehrenbezeugun gen bewieſen. Von der Ofner Geſellſchaft konnten, wegen der ſehr erſchwerten Paſſage, nur wenige Mitglieder anweſend ſein. Das

ters trug folgendes vom Hrn. Direktor A he rander Schmid verfaßtes und vom Hrn. Kapellmeiſter Grill in Muſtk geſeztes, Ge dicht vor: Ringsum war Nacht, Als Du gewacht, Und lagſt in bangen Schmerzen; Da rief's in Deinem Herzen: In jeder Nacht Der Vater wacht!

In jener Nacht

Haſt Du gedacht, Hinaus in dunkle Schranken; Du hielt'ſt am Lichtgedanken: In jeder Nacht

Der Vater wacht!

In jener Nacht Nahmſt Du in Acht, Der Pulſe leztes Beben; So gingſt Du ein zum Leben: Durch dunkle Nacht, Von Gott bewacht. n

* und in der Nacht,* So bang durchdacht, 3

Erlagſt Du Deinem Leiden; Du ſahſt es ſich entſcheiden: Durch Vaters Macht,

Der immer wacht! Und hat die Nacht

Den Tod gebracht, Und muß t' die Hülle ſinken, Sahſt du Verklärung winken: In Strahlenpracht

Durch dunkle Nacht!

Benefize.(Peſth.) Heute, Sonnabend, zur Benefſize des wakern und fleißigen Baſſi⸗ ſten Hrn. Rötzer:Macbeth, große Oper von Chelard. Die anerkannte Trefflichkeit dieſes Tonwerkes, ſo wie die vlelſeitigen Ver dienſte des Beneſizianten ſezen voraus, daß die Theilnahme reichlich ausfallen werde.

Modenbild. Nr. 52.

(Paris, 15. Dez.). 1. Sammethut. Schottiſcher Bernous. 2. Atlaßhut. Oberrot von Damast.

Ende des zehnten Jahrgangs.

Halb jähriger Preis 4. fl., mit fr 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.

det Waſſerthors) in C. Millers und F. Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bel allen k.

tier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Belinpapier mit erſten Kupferabdrilken Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb

1. Poſtämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.