Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
818
 
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818

Ach früh' zu früh' Ward'ſt Du dem Leben entriſſen! Kein Denkmal errungener Größe Schmükt dein beſcheidenes Grab; Nicht kündigen Siegestrophsen Der Nachwelt als Helden dich an:

Still glitt dein Name An Klio's Reiche vorüber, Ohne Geräuſch Ohne Gewalt Ohne Ruhm!

Sieh' dort das Grab Des ſtolzen Tyrannen, Deſſen gewaltiger Arm Den Oſten und Weſten erſchüttert, Ob deſſen mächtiger Stimme Die Erde von Pole zu Pol Lebend erdröhnte: Sieh' der ſtolz erhabene Marmor Verkündet errungene Siege, In Thränen und Blut

Der Völker getaucht.

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* Ha! dieſer Held, Den ſeine Mitwelt gefeiert, Deſſen unſterblicher Ruhm Vis zu den Sternen erſcholl, Deſſen Triumphe Gefeſſelte Fürſten verherrlicht,

Dem der Menſchheit knechtiſcher Sinn

Den willigen Naken gebeugt, Der ſeinem ſchreklichen Namen Auf Karthago's Trümmern verewigt Sieh' er iſt hin, Nur ſein Rieſengeſpenſt lebt. Wehe, Wehe! An ſeiner Urne klebt Der Nachwelt gräßlicher Fluch; Wehe, Wehe Ihn hat Klio gerichtet!

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Heil Dir, Heil, Verklärter Engel!

Nicht wird Dir Marcus blutiger Ruhm, Nicht Cäſars ſchrekliche Größe; Dir ward der Unſchuld

Lieblicher Kranz, Der nimmer welkt, Die Welt war Dir Mit ihren freundlichen Farben Ein Tempel unſchuldiger Freude; Sanft floß Dein jugendlich Leben dahin, Gleich dem harmlos

Rieſelnden Bach; So ſchwebteſt Du hinan N 2 2* 6 Zur ewigen Heimath,*

Ein reiner Engel Zu Deinen himmliſchen Brüdern.

W

O greiſer Vater, Und Du, liebende Mutter, Weinet nicht! Er lebt Euer Sohn In jeder kindlichen Seele, In jeder Blume des Lenzes! Er lebt Er lebt In jenem Gefilde, Wo kein unheiliger Krieg Irdiſcher Laſter Den ewigen Frieden entweih't Wo das wogende Meer Der flüchtigen Menſchengeſchicht⸗ Der ſeligen Geiſter Schik ſale nicht lenkt. Er lebt Er lebt Und betet in heiligen Hymnen Den Ewigen an, Der Ihn würdig gefunden Einzugehn In's Reich der unendlichen Klarheit, In's Reich des göttlichen Friedens. Heil dem Seligen Heil! l.

Adolf Gyürmän.