0
814
„Zum Leben kſt Geduld, zum Ster⸗ ben Muth das Nothwendigſte.“
„Gewalt iſt Recht, oder muß doch dafür gelten;— ſchade, daß es nicht umgekehrt werden kann.“
„Kein Sinn macht zufriedener als der Stumpfſinn.“
Druk und Papier ſind ſehr einladend und ſo können wir dieſe Novellen auch als entſprechende Weihnachts- u. Neu— jahrsgeſchenke empfehlen. Bemerken müſſen wir noch, daß dies Werk einer geiſtreichen Dame in den beſten Blät— tern des In⸗ und Auslandes ſehr lo— bend befprochen wurde.
Mignon⸗Zeitung.
Straßburg. Das„Journal du haut-et bas-Rhin““ verſichert bei Ge— legenheit des Auftretens der Madam Dorus⸗Gras, Sängerin der royale aca- demie de musique in Paris, auf hie— ſiger Bühne:„Wir würden alle prei⸗ ſenden Redeformeln erſchöpfen, um den Eindruk zu ſchildern, welchen ſie gemacht hat, und würden dann doch bei weitem die Lobſprüche nicht errei— chen, welche ſie verdient. Vortrag, Stimme, Spiel, Geſtalt, Alles ſoll hier vereinigt ſein, ſelbſt auch„jenes Parfüm des Anſtandes u. feinen Tons, welcher einen der mächtigſten Reize der Damen bildet.“
Köln. Es iſt hier in dieſen Ta⸗ gen eine kleine Räuberbande entdekt, und heute(7. Dez.) der lezte dieſer Helden gefänglich eingezogen worden. Seit mehreren Wochen und Monaten wurde in hieſiger Stadt bei Tage und bei Nacht geſtohlen, das Geſtohlene aber immer glüklich in Sicherheit ge— bracht, u. der größten Mühe der Be— amten ungeachtet, ſind die Diebe nicht
entdekt worden. Am lezten Dienſtag,
4
den 5. d. M., bemerkt ein Zoll beam⸗
ter am Severlnthor, das nach Bonn und Frankfurt führt, einige junge Menſchen von dem Glacis herab in den Wallgraben ſteigen; das kommt ihm ſonderbar vor; er geht zu dem Unter⸗ offizier der Wache, man unterſucht und findet den Wall dort unterminirt, und in einer Höhle einen Menſchen von 18 bis 20 Jahren in der Mitte von Seiden- und Baumwollenzeugen, von Schinken, Kupfer, Silber, Kleidungs— ſtüken u. ſ. w. Der Knabe erſchrikt und bekennt, daß ſie ihrer Eilfe wä— ren, die dort ſchon einige Zeit mit glüklichem Erfolge dies ehrenvolle Me— tier getrieben hätten, nun aber auf dem Punkt geweſen wären, ſich zu kon⸗ ſtttuiren, weiter auszudehnen, u. mehr en gros Geſchäfte zu machen. Die an⸗ dern zehn mit dem zwanzigjährigen kühnen Hauptmann ſind bereits auch arretirt. Einer der jugendlichen Spiz— buben, von denen keiner über 22 Jah⸗ re alt ſein ſoll, manche aber erſt 14 bis 16— iſt der Sohn eines Steuer- dieners dahier, u. man behauptet nun, es ſei derſelbe geweſen, der den Schlupf⸗ winkel entdekt habe, ein achtbarer Mann, der ſeit 25 Jahren treu und gewiſſenhaft ſein Amt verwaltet hat. Der eigene Vater hätte alſo den Sohn, den eigenen Sohn, den Gerichten über— liefert. Ein anderer Brutus!
Stuttgart. Hier macht ein Handelsmann durch die Zeitung be— kannt, daß er die abgeſchäzten Sechſer und Groſchen, gegen Abnahme Congre— ve'ſcher Zündhölzer und einer empfeh⸗ lungswerthen Stiefelwichſe, für voll annehme.
Buntes aus Paris. Man ſpricht von der Vermählung eines nor⸗ diſchen Geſandten mit der Tochter des ſeit mehreren Jahren hier in der Ver⸗ bannung lebenden Oglu Paſcha von Widdin.— Der Sohn des verſtorbe— nen Tonſezers Boieldieu hat eine Oper


