Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
792
 
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Liſſabon und Madrid, die Savoparden in Irrenhaus, ſondern nach ſelner Va⸗

und Gascogner in Paris, das ſind hier die Juden. Sie beſorgen die kleinen Geſchäfte in allen Zweigen, ſind Stiefelpuzer, Lohndiener, Träger, und fungiren immer höher hinauf bis zu den Statiſten und Choriſten. Au⸗ ßerdem bilden ſie aber auch einen an ſehnlichen Theil der großen Kaufleute. Sie zerfallen in zwei große Abthei lungen, in die portugieſiſchen und deut⸗ ſchen Juden; jede hat ihre reiche Synagoge. Faſt alle ſprechen Deutſch. Es iſt merkwürdig: wie Spanier und Vortugieſen die Proteſtanten noch mehr verfolgten, als die Juden, ſo feindete man im reformirten Niederland noch mehr die Katholiken an als die Hebräer. Leztere erfreuten ſich faſt ſtets in die

ſem Lande einer großen Toleranz. Jezt genießen ſie alle bürgerlichen Rechte.

Buntes aus Paris. Bei der Wahl des Hrn. Brunier zum Deputir ten entſpann ſich ein heftiger Zwiſt zwiſchen dem Präfekt von La Nièbre, Hrn. Badouix u. dem Advokaten Gi rard, der eine Ausforderung zum Zwei kampf zur Folge hatte. Als ſich bereits beide auf dem Kampfplaz befanden, eilte der Biſchof von Nevers herbei, warf ſich zwiſchen die beiden ſchon Kämpfenden u. machte durch ſeine Vor ſtellungen dem Kampf ein Ende. Ein ehemaliger Korreſpondent der all gemeinen Zeitung, Namens D... d, welcher ſich durch literariſche Thä tigkeit in wenigen Jahren hier ein kleines Vermögen erſchrieben, verlor eine bedeutende Summe bei einer Spe kulation. Der Gram hierüber hat ihn des Verſtandes beraubt und er iſt nicht

terſtadt Frankfurt a. M. zurükgeführt worden(2), wo ſeine Heilung bereits begonnen hat. Das Journal de P'Ain erzählt, daß die Brüke, welche mau zu St. Bernard über die Saone gebaut hatte, gerade als man zum erſten Mal

ihre Feſtigkeit unterſuchte, einſtürzte.

Es befanden ſich 40 Perſonen auf der- ſelben, von welchen 3 im Waſſer er- trunken, 15 mehr oder weniger ver lezt wurden. Die Schifffahrt mußte wegen dieſes Unfalls einige Tage unter⸗ brochen werden..

Konzerte. 1. Morgen, Donnerſtag, den 14. Dez., gibt Hr. Stanilaus Szer⸗ waſzinsky, Orcheſterdirektor und Solo ſpieler des hieſigen Theaters, ein Konzert im Redoutenſaale, das außer der 40 ſes geſchäzten Virtuoſen, noch durch Mitwir⸗ tung ausgezeichneter Diletanten von beſonde rem Intereſſe ſein dürfte. 2. Sonntag, den 17. d. M., um die Mittagsſtunde, gibt der berühmte Horniſt Herr Lewy ein Konzert im Saale des Gräflich Sandorſchen Pa lais in Ofen. Entree 2 fl. C. M.

Benefize.(peſth.) Künftigen Sonn- abend, den 16. Dezemb., kommt das bereits erwähnte neue Tonwerk: 2

Aurelia am Konradſteln, große, romantiſche Oper von An d. v. Bar tal, als Benefize des Hrn. Oberhof fer, zur erſten Aufführung. Der rühmlich be kannte vaterländiſche Kompoſiteur ſoll hier eine äußerſt gelungene Arbeit geliefert haben. Die treffliche Beſezung der Oper, in welcher unſere erſten Opernmitglieder, darunter auch Dem. Caol, beſchäftigt ſind, laſſen auch eine erſpriesliche Exekutirung erwarten; kommt noch hinzu die Beliebtheit des geſchäzten Be nefizianten, ſo läßt ſtch eine für ihn eben ſo ergibige als wohlverdiente Einnahme er warten.

Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 24.

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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.