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gen ſehr mit dleſem Feuer, das durch die Bewegung des Waſſers, und die hin⸗ und hergehenden Menſchen, denen es bereits bis an die Knöchel reichte, gebrochen ward.
Die Aufſeher hatten ihre Feuerſprizen beſtiegen und ertheilten von hier aus überall hin Befehle; ſie riefen durch Sprachröhren, um von der Löſch—⸗ mannſchaft auf dem Dache verſtanden zu werden, die bald durch eine dike Rau ch⸗ wolke den Bliken entzogen wurde, bald wieder erſchien, und einer Reihe von bronzenen Statuen glich, die man in einem Ofen glühend gemacht. Natür⸗ lich blieb auch ich nicht unthätig, und nach wenigen Minuten triefte auch ich, wie Alle, von Waſſer und Schweiß.
Ein Geſchäft, an dem ich Theil nahm, beſtand darin, die Spiritusgefä⸗ ße, die in den Magazinen aufbewahrt wurden, hinauszutransportiren, damit ſie kein Feuer fingen. Der Weg in die Magazine führte über eine Plattform in die ein großer Keſſel, der beim Diſtiliren gebraucht wurde, eingemauert war; er war ſehr tief und hatte oben eine Oeffnung von zwei bis drei Durch— meſſer. Ueber uns war ein Boden, deſſen Balken in eine Wand hineinreichten, die allein uns noch vom Herde des Feuers trennten. Ich war zwei, oder drei— mal hin- und hergegangen, als mich Jemand darauf aufmerkſam machte, daß die Enden der Balken bereits Feuer gefangen hätten, der Boden in Kurzem einſtürzen und die andere Wand mit ſich reißen werde, deren Bakſtein-Hemäuer noch nicht einmal troken war.
Ich trat einige Schritte zurük, da rief mir von ver andern Seite Je— mand zu, ich möchte ihm helfen.
Ich warf einen Blik auf die Deke über mir, und ſie ſchien mir noch ſo feſt, daß ich an keine unmittelbare Gefahr dachte. Ich ging nach einer Leiter, die auf der entgegengeſezten Seite ſtand; kaum hatte ich dieſelbe beſtiegen, als eine Menge Mauerwerk auf mich fiel. Wie ich unperſehrt blieb, weiß ich nicht. Die Leiter war in Stüken, eine Wolke von Rauch, Staub und Flam⸗ men verbarg mir jeden Ausgang.
Ich verlor den Kopf, ich wollte davon laufen, eine neue Ladung von Steinen und brennenden Balken verſperrte mir den Weg. Schon machte ich mich darauf gefaßt, in dieſem Feuerregen umzukommen, als ich plözlich den Vo— den unter mir verlor, und ein Metallklang an mein Ohr drang; meine Füße hatten an metallene Wände geſtoßen. Ich war in den großen Deſtillirkeſſel ge⸗ ſtürzt. Gut! dachte ich, als ich mich von meinem erſten Schreken erholt hat te, in dieſem ſonderbaren Aufenthalte bin'ich doch wenigſtens vor den größten Stüken ſicher.
Ich machte mir keine Sorge, wie ich wieder herauskommen werde, wenn das Feuer gelöſcht ſei, und ſuchte mich ſo gut als möglich in dem Keſſel zu plaziren, wobei durch die geringſte Bewegung jene Metallk länge ſich wieder— holten. Ich faß wahrhaftig darin, wie ein Dämon in einem Tam-Tam
Ich hörte nur noch das Geräuſch von brennendem Holz und Mauerſtüken, die herabſielen, fortrollten, anprellten und wieder hinſielen. Es war ein Lärm, wie wenn eine Welt über mir zuſammenſtürzte. Ich glaubte einen Augenblik, der Keſſel ſei oben ganz bloß geſtellt, allein der Herd, in dem er eingemauert war, ſchüzte ihn und mich. Eine ziemliche Menge Schutt fiel durch die Oeff— nung auf den Boden des Keſſels, und dieſem verdanke ich mein Leben, mie man


