Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
758
 
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quet, bemerkte, daß dieſer Baͤker bin⸗ nen Zeit eines Jahres 13 Mal wegen zu geringen Gewichts angeklagt wurde u. trug deswegen auf das Maximum der Strafe an. Dieſe Strafe genehmigte der Präſident des Polizeigerichts, Hr. Forcade la Roquette und erſuchte den kön. Prokurator, den Polizeipräfekten auf jenen betrügeriſchen Bäker, zum Beſten der arbeitenden Klaſſe, aufmerk⸗ ſam zu machen.(Wenn bei uns die Bäker wegen unrichtigen Gewichts eben ſo ſtrenge beſtraft würden, wie in Pa⸗ ris, würden die Kerker, bis die Strafe Eindruk machen würde, nicht leer. In den meiſten Städten ſind die Brote, Semmel und Kipfel noch ſo klein, als damals, da der Mezen Getreide 12 bis 15 fl. W. W. koſtete!) Am 1. Ja⸗ nuar 1838 werden die Spiel häuſer ge⸗ ſchloſſen, die leuchtenden Nro 113 und

119 werden alſo im Palais⸗Rohal ver⸗ ſchwinden. Frascati wird ſeine Salons ſchließen, Hunderte von kleinen Win kel⸗Rouletten werden ſich emporzu⸗ ſchwingen ſuchen, jedoch hat die Polt⸗ zei ſtrenge Befehle erhalten. Eine Da⸗ me deut ſchen Namens, M. d. S., glänzt jezt in erſter Größe unter dieſen fa⸗ ſhionablen coupe-gorges oder coupe- bourses. In dem Salon von Nro. 115, im Palais⸗Royal, wird ſich die reiche engliſche Brauerei aus den ely⸗ ſaͤiſchen Feldern anſiedeln. Ale u. Por ter werden alſo nun das rouge et noir erſezen. Paris trinkt jezt mit jedem Tage mehr engliſches, flamändiſches und Lyoner Bier. Man hat vier freigelaſſene Galeerenſträflinge verhaf⸗ tet, die eine Diebs bande organiſirt hat ten. Man ſchreibt ihr insbeſondere die häufigen Einbrüche in Juwelierläden zu. Einer der Verhafteten entſprang jedoch, als man ihn vom Verhör ins Gefängniß zurük führen wollte. Mit

Stolz melden die Pariſer Journale, daß die Erfolge der Dem. Taglioni in

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Petersburg ans Unglanbliche grenzen. Her Sie e in derſchönen Schlitten verehrt, deſſen Räder(sie) mit Silber beſchlagen ſeien. Die große und ſchöne Gal lerie des Louvre wird ein wahres Künſt⸗ leratelier; lezthin waren dort an ei nem Tage über tauſend Staffeleien auf⸗ geſtellt u. überdies gingen über 6000 Fremde darin herum. Die muſi⸗ kaliſche Welt iſt äußerſt geſpannt auf die nahe bevorſtehende Eröffnung des Kaſino Paganinis. Man ſpricht mit Entzüken von den Wundern, die dieſer prachtvolle Pallaſt ent hält, in deſſen reich verzierten Sälen ſich die elegante Pa⸗ riſer Welt nebſt den ausgezeichneten Fremden vereinigen ſoll. Paganini wird theils ſelbſt dort ſpielen, theils die Ausführung der Meiſterwerke der gro⸗ ßen Meiſter leiten. 5

New⸗ Pork. Die Engländer u. Amerikaner zeichnen ſich durch ihre marktſchreieriſchen Ankündigungen aus und wir haben bereits mehrmals Pro⸗ ben davon mitgetheilt; hier noch einige andere. Auf dem Schilde eines Schnei⸗ ders in New⸗ Pork lieſet man mit gro ßen Buchſtaben:Hieher! Hierher! Kommt zu mir Alle, die Ihr nakt ſeid, und ich will Euch kleiden. Ein Kauf⸗ mann in Miſſiſſippi, der ſeine Kunden zu Zahlung anfeuern wollte, ließ in die Zeitungen einrüken:Blut und Donner! Feuer und Schwefel! Bezahlt mir, was Ihr mir ſchuldig ſeid. Ei⸗ ne der beſten dieſer Anzeigen aber iſt die eines Quakſalbers, der dem Pu⸗ blikum anzeigen wollte, er könne ſe Augen heilen. Die Ueberſchrift ſeiner Anzeige lautete:Möge kein Blinder dies überſehen!

Hildesheim. Der hieſige Na turforſcher Or. Schrader, der von hier nach Nordamerika abreiſte, iſt daſelbſt bereits glüklich angelangt und ſammelt mit allem Eifer Naturalien.