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ihrer Stimme beſtellt iſt!)— Noch nie ſahen und hörten wir Dresdener eine(bet trefflichen Einzelnheiten) im Ganzen ſo total verunglükte Au fführung des„Don Juan“ als am 4. Novem- ber d. J., und wie ein bitterer Hohn erſcheint ſonach der pat hetiſche, viel⸗ verſprechende Prolog, welchen der wa— kere Pauli vor Beginn der Oper hielt. — Allgemein iſt die Entrüſtung des Publikums über die klägliche Entwei⸗ hung des herrlichen Werkes!— Und dafür Mad. Schröder Devrient 5000 Thaler jährlich und neun Monate Ur⸗ laub 21!“ 5
Berlin. Auch auf der königli⸗ chen Hofbühne fand am 11. November die Vorſtellung des„Don Juan“, zum Beſten des Mozart⸗ Denkmals, bei ge⸗ drängtvollem Hauſe ſtatt. Herr Blume ſang den Don Juan, Fräulein v. Faß⸗ mann Donna Anna, Dem. Löwe Don- na Elvira, Herr Eichberger den Okta— vio, Dem. Grünbaum Zerline, Herr Wauer den Leporello u. ſ. w.; die nicht in Soloparthien beſchäftigten Sänger und Sängerinen hatten ſich dem Chor angeſchloſſen.(Ihr kleinen Vühnen hört's, u. nehmt ein Exempel d'ran!) Dem Champagnerliede hatte Hr. Vlu⸗ me ein dem Andenken Mozart's gewid⸗ metes Gedicht unterlegt, welches auf Verlangen wiederholt werden mußte.— Als Schattenſeite zu dieſem Lichtge⸗ mälde muß erwähnt werden, daß in Potsdam ein dieſer Tage gegebenes Konzert für das Beet hoven⸗ Monument kaum die Koſten dekte.
Mignon ⸗ Zeitung.
Marſeille. Der hieſige Bi⸗ ſchof hat in dem hieſigen kleinen Se— minär das Studium der italiſchen, eng⸗ liſchen u. deutſchen Sprache einge⸗ führt, neue Kathedern der Philoſophie und Phypſik errichtet, den Unterricht
in der Geſchichte und Mat hematik er⸗ weitert; auch gedenkt er noch eine Ka⸗ theder der Chemie zu errichten, und das Studium der Raturgeſchichte zu erweitern.
Peſt h. Im„„Hirnök'“ Nro. 35 berichtete der fleißige Korreſpondent E. aus Wien, daß in einigen auswärti⸗ gen Blätter Ihrer Majeſtät, der ver— wittweten Kaiſerin-Mutter, Karoline Auguſta, mit Unrecht ein Einmiſchen in Religionsſachen zugeſchrieben wird, da doch ihre religiöſe Duldung in Oe— ſterreich hinlänglich bekannt iſt, die ſie unter Andern dadurch an den Tag gelegt habe, daß ſie einſt zu der Grä—⸗ fin Johanna Teleki(Wittwe des Gra⸗ fen Ladislaus Teleki), gebornen Freiin Méſßäros ſagte:„Ich habe nie ver⸗ geſſen, daß mich eine Proteſtantin un— ter ihrem Herzen trug.“ In den„Ha- zai's Külföldi Tudésitäsok“ vom 11. November erklärt nun die Frau Grä⸗ fin Teleki, daß die religiöſe Duldung der erhabenen Wittwe des verewigten Kaiſers Franz zwar auch ihr wohl be⸗ kannt ſei, daß aber die Kaiſerin ſich nie jener Worte gegen ſie bedient habe.
Buntes aus Lond on. Ein Unterthan des Imam von Maskat pro⸗ teſtirte in engliſchen Blättern, in ei⸗ nem Schreiben an Lord Melbourne, förmlich gegen den Verkauf der vier arabiſchen Pferde(aus dem k. Geſtüt), welche der Imam dem verſtorbenen Kö nige geſchenkt, und die mehr werth ſelen, als die Fregatte von 74 Kano⸗ nen, welche. der Imam als Gegen⸗ geſchenk erhalten.„Man könne— meint Mohammed ben Hamid— ei— ne neue Fregatte bauen, aber nicht wieder vier ſo ſchöne Araber Roſſe ſchaffen.“— Seit mehreren Jahren be⸗ ging ein gewandter Spizbube zu Lon⸗ 5 don, ein vorzüglicher Schwimmer, je⸗ den Monat 3 oder 4 Selbſtmorde an ſich. Im Sommer ſtürzte er ſich in die


