Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
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noch ſtärker darauf los. Neue Klage. mehr zu machen wiſſe. Ende des Orcheſters verlegt werde.

angehe; ſie will darauf eine andere Loge, Direktor Verhandlungen unſern Leſern mitzutheilen.

droht die engliſche Familie dem wir werden nicht ermangeln, die

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nsichten.

Theater.

peſt h.(Roſſinis Belage⸗ gerung von Korinth. Der alte Student. Der Gamin von Paris generis masculini. Eine Stimme im Auslande ü ber das Peſther Theater.) Am 17. d. M. kam RoſſinisBelagerung von Korinth nach jahrelanger Ruhe wieder zur Aufführung. In der That verdiente dieſes Werk um ſo weniger ſolch eine lange Lethargie, da die ge⸗ ſammte deutſche Opernmuſik der lezten vier Luſtra aus der Melodienfülle u. den geſunden Ideen dieſer einzigen Schö pfung des großen italieniſchen Meiſters Lebensſtoff genug athmen könnten, u. es würde noch hinlänglicher Vorrath für eine gute deutſche Oper übrig blei⸗ ben. Was auch Gelehrtenſtrenge an dem Saz und an der harmoniſchen Ge⸗ rechtigkeit zu mäkeln haben möchte, ſo iſt doch gewiß, daß keines ih⸗ rer neuern Muſter uns den reich kan⸗ dirten Ohrenſchmaus zu bereiten fähig wäre, wiedie Belagerung v. Korinth. Die Direktion verdient daher den vollen Dank des Publikums, daß ſie ihr Repertoir durch dieſes ſchöne Werk ſo angenehm bereicherte, und um ſo mehr, da die Beſezung und Durchfüh⸗ rung deſſelben würdig zu nennen ſind. Vorzüglich glänzte Demoiſ. Carl (Pamira) als Meiſterin des italieni⸗ ſchen Geſanges. Große Bravour, un gemeine Geläufigkeit, reizende Kolo⸗

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Der Direktor erklärt, daß er nichts Die Lady verlangt, Man bemerkt ihr,

Urtheile.

daß die Trommel nach dem andern daß dies durchaus nicht allein es iſt Alles vermiethet. Nun mit einem Prozeß eigener Art, und

* 75 Begebnisse. ratur und gefühlvoller Ausdruk ſtem⸗ pelten ihre Leiſtung zu einer vollende⸗ ten. Für dieſe Künſtlerin gibt es kei⸗ ne Schwierigkeiten mehr; ja, je mehr ſich dieſe häufen, eine deſto größere Leichtigkeit entfaltet ſie. Die ſchroff⸗ ſten Klippen ſind ihre Lieblinge, die ſie ſpielend überſteigt. Am Brillanteſten führte ſie die große(eingelegte) Arie im 2sten Akte durch; ſie ſchwelgte da in Wohllaut, Schmelz und Modulation der Töne und brachte ſo die eklatante ſte Wirkung hervor. Die Wiederho lung dieſer herrlichen Nummer ward ſtürmiſch verlangt. Großartig war ſie auch in der Preghiera. Dem. Carl ward mehrere Mal enthuſiaſtiſch gerufen. Hr. Oberhoffer(Mahomed) entwikelte einen ſchönen deklamatoriſchen Geſang. Er trug beſonders ſeine große Arie mit Gefühl und dramatiſcher Eypreſ⸗ ſion vor und erntete reichlichen Ap⸗ plaus. Herr Stoll ſang ungemein wirkungsvoll; er hat ſich bereits auch die tragende Geſangsweiſe eigen ge macht und er trat besonders in dem trefflichen Terzette des dritten Aktes kräftig vor. Hr. Lehmann befriedig⸗ te im All gemeinen ſehr. Gelungenes leiſtete er in ſeiner großen Arie des dritten Aktes und wenn ihm gleich hier Einiges umſchlug, ſo war dies doch nur ein zufälliger Unfall, der ſich nicht zum zweiten Male ereignen dürf⸗ te, und der das Ganze nicht erheblich beeinträchtigte. Herr Kaler führte ſeinen kleinen Part mit allem Eklat