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5 geſtritten wurde, iſt 25. Oktober wirklich erfolgt. Unter den Anweſen⸗
den(an 2000 Perſonen) waren die
Lords Seymour, Prinz Lucian Buo⸗ naparte, ſo wie Bevollmächtigte meh⸗ rerer fremden Höfe. Die vorzüglichſten Pferde, z. B. Wings, Rahel, Sarah, Locket, Daphne, Eliſabeth, Maria, Miß Clifton u. a. ſollen nach Frank⸗ reich, Spanien und Deutſchland ver⸗ kauft worden ſei er theuerſte war der St. Leger zu 4000 Pfd. St. Der Erlös übertraf e Erwartung; er be⸗ trug für 81 15,692 Guineen.— Täglich ſieht man jezt theils auf der nordweſtlichen Eiſenbahn bei London i theils auf dem Felde von 6 Uhr Mor⸗ gens bis 6 Uhr Abends polniſche Sol daten und Offiziere an der Seite eng⸗ liſcher Werkleute arbeiten. Zwei die⸗ ſer Lehrlinge für die Axt und den Spaten ſind ein Obriſtlieutenant B.. cz und ein Major M.. cz. Ein Drit⸗ ter iſt der lithauiſche Edelmann S. cz, der in ſeinem Vaterlande große Güter beſaß, und deſſen Exil noch durch die Trennung von einem jungen Wei be und liebenswürdigen Kindern verbit— tert iſt, mit denen er nicht einmal korreſpondiren darf. Mancher gebildete polniſche Jüngling aus vormals rei⸗ em, altadeligem Geſchlecht fraterni—⸗ t jezt mit den Schanzgräbern der Eiſenbahn, und wiewohl durch Geburt und Nang berufen ſich in den höch ſten Kreiſen zu bewegen und an fürſtlichen Tafeln zu ſizen, hat er jezt den grü⸗ nen Raſen zum Tiſche, auf dem er neben engliſchen Arbeitern ſein fruga⸗ les Mahl verzehrt: einen Biſſen Brod, den er im Schweiße ſeines Angeſichts erworben hat. Buntes aus Paris. Ein Arzt zu Poitiers, der erwas zerſtreut ſein mochte, ward neulich zu einem. Kranken gerufen. Die Frau erkundigte ſich nach dem Zuſtande ihres Mannes.
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Er iſt ſehr krank, ſagte der Arzt.— Freilich! aber was fehlt ihm, mein Herr?— Was ſoll ihm fehlen? Er hat das Scharlachfteber.— Das Schar⸗ lachfieber? Und woran ſehen Sie das? — An ſeinen Händen, ſie ſind ja blut⸗ roth.— Ei, Herr Dok tor, das kommt von was ganz anderm, mein Mann iſt ein Schönfärber.— So? Dann iſt's gut! Er wäre bei meiner Ehre geſtor⸗ ben, wenn er nicht Schön far ber wäre. — Nahe an dem Zoll häuschen auf dem pont des arts ſizt ein Vettler, der es ſehr gut verſteht, die Eitelkeit der Pariſer in Kontribution zu ſezen. Er bettelt Niemand anz nur, wenn Je- mand den Ueberſchuß des Brükengeldes nicht zurüknimmt, zieht er ſeinen Hut. Die Anſtellung des Bettlers ſoll ihm täglich 15 bis 20 Frks. einbringen, und viele ſeiner Herren Kollegen ha- ben ihm, natürlich aber vergebens, ei⸗ nen Tauſch mit ihren Pläzen angebo⸗ ten.— In Marſeille iſt ein Schiff mit 55 Kiſten voll Alterthümer angekom⸗ men, deren Ausgrabung aus den Nui⸗ nen von Karthago einigen Engländern mittelſt eines Geldgeſchenks an den Bey von Tunis geſtattet wurde.— Die von uns vor einiger Zeit mit beſchei—
denem Zweifel nacherzählte Geſchichte
von der Frau im Hotel Dieu in Pa- ris, die Seit 20 Monaten ohne Nah⸗ rung gelebt haben, und dabei noch ein Kind geſäugt haben ſoll, wird jezt vom dortigen Arzt, Dr. Faurel, auf— geklärt; es war nichts Anderes als Be⸗ trug. Erne gewiſſe Marie Hardy fand ſich im Spital ein, unter dem Vorge⸗ ben: ſie habe ſeit 6 Monaten ein Kind geſäugt, und ſeit zwei Jahren keine Nahrung genommen; ſie ſei demnach den menſchlichen Bedürfniſſen nicht un⸗ terworfen, und eine Unſterbliche von Gott geſandt worden, die Gottloſen zu bekehren. Auf ihr eigenes Verlan⸗ gen wurde ſie in ein abgeſondertes Zim⸗


