Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
716
 
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wollten ſie tanzen, in einem ausgeſchnittenen Tülleklelde, mit kurzen Aer⸗ meln, mit Blumen im Haar, mit einem Juwelenhalsbande und einem Roſen⸗ bouquet; ich weiß nicht genau, ob nicht die eine Hand auch den Fächer hielt, während die andere den Almoſenbeutel trug. Aus einem gewiſſen Schiklich keitsgefühle fügte manche Dame zu ihrem Puze einen Spizenſchleier hinzu. Gegenwärtig iſt dieſer Gebrauch nur noch in einigen Kirchen in der Pro- vinz üblich, in Paris dagegen völlig abgekommen. Die Almoſenſammlerinen gehen im gewöhnlichen Anzuge; auch gehen ſie nicht mehr, geführt von einem Manne, in der Kirche umher, ſondern ſizen am Eingange der Kirche, nahe an der Thüre, und die Eingehenden bleiben ſtehen, wenn ſie etwas geben wollen.

Statiſtiſche Kenntulß von ungarn im Auslande.

Die in Mänchen erſcheinende Zeitſchrift:Das Ausland enthält in Nr. 283 einen ArtikelStatiſtiſche Notizen aus Ungarn überſchrieben, in dem einige recht wunderliche Dinge gemeldet werden. Gleich Anfangs hören wir, daß das Dorf Cſaba in Niederungarn, das 18 Meilen von Peſth entfernt wäre, und an der Gränze Großbritanniens, unweit Bekes, am Flüß,⸗ chen Hej o läge, in ſt a t i ſt i ſch e r Hinſicht(sic), nach dem Orte Repeny in England, das merkwürdigſte Dorf in ganz Europa wäre! Dann er fahren wir, daß wir in Ungarn eine Freiſtadt, Namens Maria-Thereshügel mit 30,000 Einw. u. einen Markt, Namens Hod mezö⸗ Paſar hely mit 25,000 Seelen hätten. Doch dies mögen Druk fehler ſein; als etwas Anderes erſcheint uns die Angabe, daß die königliche Freiſtadt Neuſaz als Komitat(eic) kaum 90 Jahrt alt, und daß ſie nächſt Veſthedie bevölker tſte Stadt Ungarns wäre.(Hier gehen Unſinn und Unkenntniß Hand in Hand.) Ueber haupt ſcheint der Verfaſſer dieſes Artikels für die Stadt Neuſaz ſehr eingenommen zu ſein, da er ſie Peſth's würdigſte Schweſterſtadt u. glüklichſte Nebenbuhlerin nennt! Peſth weiß jezt, was es zu fürchten hat. b n a

8* g 1 4 ö 0 Ansichten. Urtheile. Begebnisse. f in Koburg(wo ſie ſich ſeit einigen Ta⸗ Mignon Zeitung. ben aufhält) endlich einmal wieder ei⸗ N nige Schiller'ſche Dramas u. Mozart Vari. Strauß iſt hier ange, ſche Opern aufgeführt werden. Sollte kommen, und wollte am 2. November g wirklich dahin gekommen ſein, daß ſeine erſte muſikaliſche Abendunterhal der Deutſche erſt durch Ausländer zum tung geben. Genuß ſeiner Meiſterwerke angeregt Stuttgart. Die Herzogin 72816 werden muß 2

rie von Würtemberg(Prinzeſſin von Buntes aus London. Ein Frankreich) ſoll nicht blos eine ſehr Mann, der ſich Sir Furbes nennt, geſchikte Bildhauerin, ſondern auch ei⸗ tritt neulich in die Bude eines Juwe⸗ ne große Verehrerin der deutſchen Mu liers, und äußert den Wunſch, zwei ſe ſein, und auf ihren Wunſch ſollen hübſche Solitairs ſich auszuwaͤhlen, um

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