Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
702
 
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Scherz Röthſe l.

Nennet den Ort mir, Sagt durch ein Wort mir: Petrus gehörte dir.

Fr. Wild.

Auflöſung der Scherz-Charade in Nro. 86: Gefahr.

Ansichten. Mignon⸗Zeitung.

Trieſt. Für das Jahr 1838 wird bier eine neue deutſche Zeitſchrift an⸗ gekündigt. Sie wird den Titel füh⸗ ren:Adria, ſüddeutſches Central blatt für Kunſt, Literatur u. Leben. Herausgeber iſt Hr. Johann Marenich, Redakteur der als Schriftſteller ehren voll bekannte J. Löwenthal. Der Pro ſpektus verſpricht Intereſſantes u. vom Redakteur iſt Tüchtiges zu erwarten.

Buntes aus Paris. Der Hauptredakteur der legitimiſtiſchen Ga- zette de France, Herr Genoude, der vor einiger Zeit in den geiſtlichen Stand getreten iſt, gibt eine neue franzöſiſche Ueberſezung der Kirchenvä ter unter dem Titel:Les peres de J eglise, traduits en Franęais heraus, wovon bereits der erſte Band erſchie nen iſt. Hr. Carnot hat vor Kur zem die Memoires des aus der fronzö ſiſchen Revolution als eifriger Repu⸗ blikaner bekannten Biſchofs von Blois, Gregoire, ſammt ſeiner Biographie herausgegeben. Das Werk führt den Titel:Mémoires de Grégoire, pré cédés d'une notice historique, par M. H. Carnot. 2 Bände. Der Biograph befolgte im ſtrengſten Sinne des Worts den Ausſpruch:De mortuis nil nisi bene, denn man findet durchaus kei nen Tadel. Im Jahre 1826 führte in Rouen alle Tage eine Dame ein

Urtheile.

* f Begebnisse. junges hübſches, aber kränkliches Mad⸗ chen in die Kirche und wenn ſie aus der Meſſe kam, gab ſie einem armen an der Kirche ſtehenden Bettler ein Almoſen. Auch das junge Mädchen legte eine Gabe in die Hand des Vett lers, indem ſie ſagte, er möge für ſie beten. Viele Jahre lang erhielt ſo der Bettler täglich ſeine Gabe; endlich aber blieb er aus und man glaubte, er ſei geſtorben. Vor einigen Tagen nun war in der Stadt eine zahlreiche Ge ſellſchaft wegen der Unterzeichnung el nes Heirathskontraktes beiſammen. P., ein reicher Gutsbeſizer, wollte ſich mit jenem Mädchen, Anaſtaſſe L., vermäh⸗ len, die jezt in Folge der Ereigniſſe von 1850 ganz arm iſt. Eben als der Notar den Verlobten die Feder reichte, erſchien ein Landmann, den Niemand kannte und den Niemand eingeladen hatte. Ohne eine andere Erklärung zu geben, trat derſelbe zu dem No tar, legte 30,000 Franks in Vankno ten auf den Tiſch und ſagte:Schrei ben Sie, daß Fräulein Anaſtaſie L. ihrem Gatten 30,000 Frks. als Mit gift zubringe. Der arme Bettler von der Kirchenthüre gibt ſeiner edeln Wohl thäterin das Geld zurük, das ſie ihm geliehen. Alle ſtaunten und der Mann fuhr fort:Ich hatte mir eine kleine Summe von den Almoſen erſpart und kaufte mir davon ein Feld. Dies be arbeitete ich ſelbſt und erhielt reiche